Fibrin[ogen]spaltprodukte (FSP) und D-Dimere - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [TLD]

  • Fibrin[ogen]spaltprodukte: < 1 mg/l (methodenabhängig)
  • D-Dimere: 20–150 µg/l (methodenabhängig)

Hintergrund

Die Bestimmung der Fibrin[ogen]spaltprodukte (FSP) oder der D-Dimere ist heute ein wichtiges Hilfsmittel zum Ausschluss einer tiefen Venenthrombose.

In der Gerinnungsreaktion wird zum Zwecke der Blutstillung aus Fibrinogen ein stabiles Fibrinnetz gebildet.

Gegenspieler der Gerinnungsreaktion ist die Fibrinolyse . Das ebenfalls im Blutvorhandene Enzym Plasmin spaltet sowohl Fibrinogen als auch Fibrin und sorgt so dafür, dass sich die Blutgerinnung nicht unerwünscht ausdehnt und Blutgerinnsel nach der Wundheilung wieder aufgelöst werden.

Bei der Fibrinolyse entstehen Fibrinogen- und Fibrinbruchstücke, die labordiagnostisch bestimmt werden können.

  • Die D-Dimere entstehen nur bei der Spaltung von Fibrin. Sie sind also nur erhöht, wenn irgendwo im Körper Blutgerinnsel in den Gefäßen entstanden sind, die nun wieder aufgelöst werden, wie es z.B. bei der tiefen Venenthrombose der Fall ist.
  • Hingegen werden bei den Fibrin[ogen]spaltprodukten Fibrin- und Fibrinogenspaltprodukte gemeinsam bestimmt. Sie sind also nicht nur bei einem Blutgerinnsel im Körper erhöht, sondern auch bei einer Aktivierung der Fibrinolyse ohne vorherige Gerinnselbildung.

Die Tests auf Fibrinogenspaltprodukte und D-Dimere sind bislang nicht ausreichend standardisiert, sodass sich die Referenzwerte von Labor zu Labor erheblich unterscheiden.

Bei älteren Menschen sind die Werte meist etwas höher als im mittleren Erwachsenenalter.

Die Fibrinogenspaltprodukte und vor allem die D-Dimere haben mittlerweile einen etablierten Stellenwert bei Verdacht auf eine Lungenembolie.

Insbesondere können mithilfe der D-Dimer-Bestimmung und der Bestimmung weiterer Laborwerte die Patienten herausgefiltert werden, bei denen eine tiefe Thrombose unwahrscheinlich ist. Diesen Patienen können dann eingreifende Untersuchungen oft erspart werden.

Erhöhte Werte hingegen sind wenig spezifisch und somit weit weniger aussagekräftig, da nicht nur Thrombosen, sondern zahlreiche weitere Faktoren die Fibrinogenspaltprodukte und D-Dimere ansteigen lassen.

Bestimmung im Blut

  • Ursachensuche bei unklaren Brustschmerzen
  • Verdacht auf tiefe Bein- oder Beckenvenenthrombose
  • Verdacht auf Lungenembolie
  • Verdacht auf Hyperfibrinolyse bei unklarer Blutungsneigung

FSP- und D-Dimer-Erhöhung

  • Thrombose, vor allem tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose
  • Embolie, vor allem Lungenembolie
  • Verbrauchskoagulopathie
  • Gerinnsel auflösende Therapie (Lysetherapie)
  • Operationen, Verletzungen
  • Größere Entzündungen
  • Leberzirrhose
  • (Fortgeschrittene) Tumoren
  • Schwangerschaft. Eine weitere Erhöhung ist bei vielen Schwangerschaftskomplikationen zu beobachten

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

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