Glandula suprarenalis - Medizinlexikon

Nebenniere. Anat. liegt am oberen Nierenpol, eingehüllt in Fettgewebe, an der Unterfläche der Pars lumbalis des Zwerchfells. In der Sicht von vorn ist die re. G. s. dreieckig, die li. G. s. halbmondförmig. Histol. Die G. s. hat zwei Anteile mit unterschiedl. Funktion aufgrund unterschiedl. Genese: 1. Rinde (Kortex) aus dem Coelomepithel (Mesoderm) als endokrine Drüse, Hormone: Kortikoide, 2. Mark (Medulla) aus der Neuralleiste (Ektoderm, Ursprungszellen: Sympathogonien), sympath. Paraganglion, Hormone: Adrenalin u. Noradrenalin (Abb. 1.). Die Nebennierenrinde besteht aus drei Schichten, von außen nach innen: 1. Zona glomerulosa, schmale Schicht runder Nester von kleinen, azidophilen Epithelzellen; Produkt: Mineralokortikoide, 2. Zona fasciculata, breite Schicht radiärer Zellsäulen von 2–3 Zellen Dicke; Produkt: Glukokortikoide, Unterteilung: a) Pars externa: Zellen mit hellem, wabigem Zytoplasma (herausgelöste Lipide), b) Pars interna: Zellen mit dunklem, kompaktem Zytoplasma, 3. Zona reticularis, netzartig verschlungene Zellbalken aus kleinen, dunklen Zellen mit Lipofuszingranula; Produkt: Androgene. In allen Rindenschichten liegen viele Kapillaren (Abb. 2). Nebennierenmark: Stränge großer, epitheloider Zellen, in denen die phäochrome Reaktion abläuft (Katecholamingranula werden in Gegenwart von Chromsalzen oxidiert), chromaffine o. phäochrome Zellen (Phäochromozytom). Die Katecholamine sind Adrenalin u. Noradrenalin, die im Endocrinocytus lucidus bzw. densus lokalisiert sind. Im Mark liegen außerdem vereinzelt multipolare Neurone sowie große Drosselvenen mit Intimapolstern aus glatten Muskelzellen (Polstergefäße). Abb. 1 u. 2.

Glandula suprarenalis (Abb. 1). Histologischer Schnitt, Azanfärbung; Kapsel (rechts, blau), Rinde, Mark (links, mit Blutgefäß)
Glandula suprarenalis (Abb. 1). Histologischer Schnitt, Azanfärbung; Kapsel (rechts, blau), Rinde, Mark (links, mit Blutgefäß)
Glandula suprarenalis (Abb. 2). Histologischer Schnitt, Sudan-III-Hämalaun-Färbung; Lipide in steroidhormonebildenden Rindenzellen
Glandula suprarenalis (Abb. 2). Histologischer Schnitt, Sudan-III-Hämalaun-Färbung; Lipide in steroidhormonebildenden Rindenzellen

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