Glaskörper - Medizinlexikon

Synonyme: Corpus vitreum

Gallertkörper in der Glaskörperkammer des Auges. Bestandteile: 99 % Wasser sowie hydrophile Glykosaminoglykane, die Filamente bilden u. an der Oberfläche zur Membrana vitrea verdichtet sind, die im Dorsalbereich des Bulbus oculi mit dem Stratum limitans internum der Retina verhaftet ist. Die Basis des G. ist eine weitere Verhaftung mit der Netzhaut von der Ora serrata bis zum Äquator bulbi. In der Mitte des G. von der Papille in Richtung auf die Linse verläuft der Cloquet-Kanal. Die Glaskörpersubstanz ist opt. nahezu homogen, nur mit Hilfsmitteln können die Strukturen vitalmikroskop. sichtbar gemacht werden. Die nosolog. Bedeutung des G. liegt 1. in der Neigung zum Verlust des Gel-Zustands, wobei sich die Glaskörperstrukturen von der Netzhaut ablösen (Glaskörperablösung), aber an den Stellen mit festerer Verhaftung mechan. wirksam werden u. zur retinalen Rißbildung führen können (Ablatio retinae); 2. in der Bereitschaft, korpuskuläre Teile aufzunehmen u. damit auch opt. wirksame Trübungen zu verursachen (Einblutungen, Trübungen durch zellige u. fibrinöse Entzündungsfolgen); 3. in der Erscheinung, bei krankhaft bedingtem Kontakt mit anderen Zellen (Pigmentepithel, Hornhautendothel) diese zur Metaplasie zu veranlassen, so daß sie sich zu Fibroblasten u. später zu Fibrozyten umbilden. Die dabei entstehenden elast. Fasern bilden feste Glaskörperstränge im Glaskörperraum u. ziehen oft eine Traktionsamotio nach sich. Die ther. Notwendigkeit führte zur Entwicklung einer spez. mikrochirurg. Methodik (Glaskörperchirurgie) mit hohem apparativen u. personellen Aufwand (Vitrektomie).

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