HDL-Cholesterin - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL; TLD]

> 40 mg/dl (1,0 mmol/l)

mg/dl x 0,02586 = mmol/l; mmol/l x 38,67 = mg/dl

Hintergrund

Das HDL-Cholesterin ist einer der wichtigsten Laborwerte zur Beurteilung des Fettstoffwechsels und zur Risikoeinschätzung für arteriosklerosebedingte Erkrankungen.

Das in der Leber gebildete HDL (high density lipoprotein) ist ein Lipoprotein mit hoher Dichte. Es transportiert Cholesterin aus den Geweben (auch den Gefäßwänden) zurück zur Leber, wo Cholesterin dann in die Galle ausgeschieden wird. Durch diese »Entsorgungsfunktion« ist ein hoher HDL-Spiegel im Blut ein Schutzfaktor vor arteriosklerotischen Erkrankungen. HDL-Cholesterin wird deshalb auch als »gutes Cholesterin« bezeichnet, im Gegensatz zum »schlechten« LDL-Cholesterin.

Frauen haben durchschnittlich mehr HDL-Cholesterin als Männer. Ausdauersport steigert den HDL-Spiegel.

Eine detaillierte Bewertung von Gesamt-, HDL- und LDL-Cholesterin finden Sie unter diesen Stichwörtern.

Bestimmung im Blut

  • Beurteilung des Arteriosklerose-Risikos, vor allem bei erhöhtem Gesamt-Cholesterin
  • Kontrolle bei (medikamentöser) Behandlung einer Fettstoffwechselstörung

HDL-Erniedrigung

Risikofaktor für Arteriosklerose-Folgeerkrankungen, v.a. für eine koronare Herzkrankheit

LDL-Cholesterin und LDL/HDL-Quotient (LDL/HDL-Verhältnis) - Laborwerte-Lexikon

Zielwerte für LDL-Cholesterin im Blut

Empfehlungen des NCEP (National Cholesterol Education Program) 2004:

  • < 160 mg/dl (< 4,1 mmol/l) bei Patienten mit höchstens einem Risikofaktor für eine Arteriosklerose
  • < 130 mg/dl (< 3,4 mmol/l) bei Patienten mit zwei oder mehr Risikofaktoren und einem 10-Jahres-Herzinfarkt-Risiko < 20 %
  • < 100 mg/dl (< 2,6 mmol/l) bei Patienten mit zwei oder mehr Arteriosklerose-Risikofaktoren und einem 10-Jahres-Herzinfarkt-Risiko von > 20 % sowie bei Patienten mit Arteriosklerose (beispielsweise koronarer Herzkrankheit) oder Diabetes
  • < 70 mg/dl (< 2,1 mmol/l) als Option bei Patienten mit Arteriosklerose mit mehreren und/oder schlecht eingestellten weiteren Risikofaktoren oder akuten Beschwerden durch eine koronare Herzkrankheit

Empfehlungen der ESC (European Society of Cardiology) 2007: < 115 mg/dl (< 3 mmol/l) in der Primärprävention, das heißt für alle Menschen

Zielwerte für den LDL/HDL-Quotienten

  • < 4 bei Patienten mit höchstens einem Risikofaktor
  • < 3 bei Patienten mit zwei oder mehr Risikofaktoren für eine Arteriosklerose
  • < 2 bei Patienten mit Arteriosklerose oder Diabetes

Risikofaktoren sind beispielsweise:

  • Alter (Frauen über 55 Jahre, Männer über 45 Jahre),
  • Bluthochdruck
  • Rauchen

Hintergrund

Das LDL-Cholesterin und der LDL/HDL-Quotient werden zur genauen Beurteilung der Blutfette bei erhöhtem Gesamt-Cholesterin und zur Einschätzung des Arterioskleroserisikos bestimmt.

Das Cholesterin im Blut teilt sich in zwei Hauptfraktionen auf:

  • Ungefähr ein Viertel des Cholesterins im Blut ist »gutes« HDL-Cholesterin, das vor Arteriosklerose schützt.
  • Rund zwei Drittel des Cholesterins im Blut hingegen ist »schlechtes« LDL-Cholesterin. LDL (low density lipoprotein) ist ein Lipoprotein mit geringer Dichte. Es transportiert Cholesterin aus der Leber in die Gewebe und lädt dabei, vereinfacht ausgedrückt, Cholesterin in den Gefäßwänden ab. Dadurch fördert ein hohes LDL-Cholesterin die Entwicklung einer Arteriosklerose.

Ein Gesamt-Cholesterin unter 190 mg/dl ist in aller Regel mit einem geringen und ein Gesamt-Cholesterin über 260 mg/dl fast immer mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden.

Schlüsselindikator für eine Fettstoffwechselstörung und damit ein erhöhtes Arterioskleroserisiko ist aber weniger das Gesamt-Cholesterin als vielmehr ein erhöhtes LDL-Cholesterin oder ein erhöhter LDL/HDL-Quotient.

Einheitliche Referenzwerte gibt es nicht, unter anderem weil die statistischen »Normalwerte« in unserer Zivilisationsgesellschaft nicht den biologischen Normalzustand wiedergeben, sondern höher sind.

Die Fachgesellschaften definieren deshalb keine starren Referenzwerte, sondern legen je nach dem gesamten Herz-Kreislauf-Risiko eines Patienten wünschenswerte Zielwerte fest. Auch diese sind allerdings umstritten und wurden bislang stetig abgesenkt.

Die LDL-Bestimmung ist eine Basisuntersuchung bei Menschen mit erhöhtem Gesamtcholesterin im Blut oder weiteren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren.

Das LDL-Cholesterin kann auch näherungsweise nach der Friedewald-Formel errechnet werden, wenn Gesamt-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride bekannt sind:

LDL-Cholesterin = Gesamtcholesterin – Triglyzeride/5 – HDL-Cholesterin (bei Angaben in mg/dl)

oder

LDL-Cholesterin = Gesamtcholesterin – Triglyzeride/2,2 – HDL-Cholesterin (bei Angaben in mmol/l).

Bestimmung im Blut

  • Verdacht auf Fettstoffwechselstörung
  • Verlaufskontrolle bei bekannter Fettstoffwechselstörung
  • Einschätzung des Risikos einer Arteriosklerose , vor allem des Risikos einer koronaren Herzkrankheit

Erhöhung des LDL-Cholesterins oder des LDL/HDL-Quotienten

  • Primäre, also genetisch bedingte Hyperlipoproteinämien
  • Sekundäre Hyperlipoproteinämien, beispielsweise falsche Ernährung, Bewegungsmangel, nephrotisches Syndrom , Schilddrüsen-Unterfunktion, bestimmte Medikamente

Gut zu wissen

Vor einer Bestimmung des LDL-Cholesterins dürfen Sie 12–14 Stunden lang nichts essen. Auch (ungewohnte) körperliche Anstrengung sowie größere Mengen Alkohol am Tag vor der Blutabnahme verfälschen die Ergebnisse.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

HDL-Cholesterin - Medizinlexikon

Anteil des Gesamtcholesterins im Blutserum, der in den Lipoproteinen hoher Dichte (high density lipoprotein, HDL) enthalten ist. Die Erhöhung des HDL-Anteils weist auf ein vermindertes, die Herabsetzung auf ein verstärktes Atheroskleroserisiko hin; dd Bedeutung hat das LDL-Cholesterin für die Unterscheidung zwischen den Hyperlipoproteinämie-Typen IIb (hohes LDL-Cholesterin) u. IV (normales LDL-Cholesterin).

© Elsevier GmbH, München

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