Hodentumor - Medizinlexikon

Geschwulst des Hodens. Klassifizierung: I. germinale H.: zweckmäßig klin. Einteilung in 1. reine Seminome (großzelliger Tumor, monozellulär, strahlensensibel), häufigster H. mit Maximum zwischen 20. u. 40. Lj. 2. Nichtseminome (häufig Mischtumoren), d. h. Seminom durchsetzt mit anderen Tumorstrukturen. a) Adultes Teratom, b) embryonales Karzinom (aus allen Keimblattanteilen), c) Teratokarzinom (aus allen Keimblattanteilen im Unterschied zum embryonalen Karzinom ausgereift), d) Chorionkarzinom (kennzeichnend: Zyto- u. Synzytiotrophoblasten), ungünstige Progn., e) Mischtumoren. II. Nichtgerminale H. 1. aus interstitiellen Großzellen, 2. aus Sertolizellen, 3. aus Orchidoblastomzellen, 4. aus Stroma, Rete testis. III. Metastasen im Hoden: 1. Lymphom, 2. Myom, 3. Karzinom (Penis, Prostata, Rektum), 4. Melanom. Sympt. u. Klin. der bösartigen H.: anfängl. bis auf die schmerzlose Schwellung u. ein Schweregefühl völlig symptomloser Verlauf, frühzeitiges Metastasieren (lymphogen paraaortal, beim Chorionkarzinom hämatogen). Gehäufte maligne Entartung nicht normal deszendierter Hoden (Descensus testis), auch nach operativ. Korrektur (Orchidopexie). Diagnostik: 1. Tastbefund, 2. Sonographie, 3. Bestimmung der Tumormarker (Alphafetoprotein, Beta-HCG), 4. Histol. (Stufenschnitte) nach hoher Semikastratio. Zur Ausbreitungsdiagnostik 5. Lymphographie, 6. Computertomographie. Ther.: 1. hohe Semikastratio, 2. Bestrahlung bei reinen Seminomen, 3. Ausräumung der regionalen Lymphknoten (Lymphadenektomie, retroperitoneale) bei Nichtseminomen, 4. Zytostatika (kombinierte Chemotherapie) bei Lymphknotenmetastasen nach Lymphadenektomie, prim. Fernmetastasen o. prim. Inoperabilität der Lymphknoten (Bulky disease), 5-Jahres-Überlebensrate bei Seminomen 90 % (schlecht bei Fernmetastasen z. Z. der Diagnosestellung), bei Nichtseminomen durch Kombinationstherapie von hoher Semikastration, Lymphadenektomie, retroperitonealer u. Zytostatikatherapie von 25–30 % auf etwa 80 % gestiegen. Ausnahme: H. mit chorealen Anteilen, die durch zeitige hämatogene Metastasierung eine ganz geringe 5-Jahres-Überlebensrate haben.

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