Hoffmann, Friedrich - Medizinlexikon

(1660–1742), dt. Arzt u. Naturforscher, Halle. H. war neben G. E. Stahl u. H. Boerhaave einer der drei großen Systematiker der Med. in der 1. Hälfte des 18. Jh. In seinen med. Anschauungen nahm er eine Mittelstellung zwischen dem Vitalismus Stahls u. der mehr mechanist. ausgerichteten Lehre Boerhaaves ein. Sein Konzept von der Med. zeigt cartesian. Einflüsse, was insbes. in der Auffassung des Körpers als einer Art Maschine zum Ausdruck kommt. Als Träger des Lebens sah H. einen im ganzen Weltall verbreiteten „Äther“ an, der sich überall, also auch im menschl. Organismus, nachweisen lasse. Aus dem im Blut enthaltenen Äther entsteht seiner Meinung nach im Gehirn das Nervenfluidum (Seele), das den Spannungszustand der den Körper bildenden Fasern regelt. Gesundheit u. Krankheit sind durch den richtigen Tonus bedingt. Eines der von ihm entwickelten Mittel, um den Spannungszustand zu beeinflussen, war das – als „Hoffmanns-Tropfen“ bekanntgewordene – Gemisch von drei Teilen Äther u. einem Teil Alkohol.

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