FSH (Follikelstimulierendes Hormon) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL;TLD]

  • Frauen vor den Wechseljahren: am Anfang und Ende des Menstruationszyklus 2–10 U/l, um den Eisprung 8–20 U/l
  • Frauen nach den Wechseljahren: > 20 U/l
  • Mädchen 4–11 Jahre: < 6,6 U/l
  • Männer: 1–10 U/l

Hintergrund

Das Hypophysenvorderlappenhormon FSH (Follikelstimulierendes Hormon) fördert bei der Frau die Eizellreifung und die Östrogenbildung in den Eierstöcken und beim Mann die Spermienbildung. Angeregt wird die FSH-Produktion durch das Releasinghormon Gn-RH des Hypothalamus.

Der Arzt beurteilt FSH stets zusammen mit anderen Geschlechtshormonen. Ausnahme ist die Frage, ob eine Frau in den Wechseljahren ist.

Bestimmung im Blut

  • Verzögerte oder verfrühte Pubertät
  • Ungewollte Kinderlosigkeit
  • Rückbildung der Geschlechtsmerkmale nach der Pubertät
  • Bei Frauen: Zyklusstörungen, Verdacht auf vorzeitige Wechseljahre

FSH-Erhöhung

  • Frauen: Funktionsstörung der Eierstöcke, z.B. angeboren, bei polyzystischen Ovarien; nach den Wechseljahren
  • Männer: Funktionsstörung der Hoden (z.B. Fehlanlage, Leistenhoden)

FSH-Erniedrigung

  • Hypothalamus-, Hypophysenerkrankungen
  • Einnahme von Geschlechtshormonen (bei Frauen auch »Pille«)
  • Hohe Prolaktinspiegel
  • Magersucht
  • Stress

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Hormon, follikelstimulierendes - Medizinlexikon

Synonyme: FSH Follikulotropin Follitropin Gonadotropin I

Hormon der Adenohypophyse; Glykoprotein (relative Molmasse 30 000). Das FSH stimuliert bei der Frau Wachstum u. Reifung der Follikel im Ovar bis zum Graaf-Follikel u. steigert die Bildung u. die Ausschüttung von Östrogenen. Zwei Rückkopplungseffekte der Östrogene sind bekannt: erhöhte Östrogenspiegel bremsen Sekretion von GnRh (neg. Feed-back-Mechanismus), präovulator. kurzdauernde, aber starke Östrogenerhöhungen bremsen FSH, steigern LH-Sekretion (pos. Rückkopplung), der östrogeninduzierte LH-Peak löst die Ovulation aus. Physiol. Konzentrationen von Prolaktin scheinen für die Wirkung der Gonadotropine LH u. FSH erforderl. zu sein. Heranreifende Follikel bilden das FSH supprimierende Inhibin. Beim Mann erhöht es die Spermatogenese. FSH löst in den Sertolizellen die Bildung von androgenbindendem Protein aus, dadurch Versorgung der Spermiogenesezellen mit Testosteron. Wahrscheinl. wird das Polypeptid Inhibin auch in den Sertolizellen gebildet; es hemmt FSH-Sekretion.

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