Hypertonie - Medizinlexikon

Hypertonus, art. Hypertonie, Bluthochdruck, bezeichnet chron. Erhöhung des art. Blutdrucks > 140/90 mmHg (WHO 1993). Schweregradeinteilung WHO: I: H. ohne Zeichen der kardialen Hypertrophie, II: H. mit kardiovaskulärer Hypertrophie, IIIa: H. mit sek. Organschäden (Niere, Gehirn, Augen), IIIb: maligne H. mit schneller Progredienz bezügl. zentralnervöser Veränderungen u. quod vitam. Andere klin. relevante Einteilungen berücksichtigen auch die Blutdruckhöhe. Meist (> 90 %) essentielle (prim.) Hypertonieformen. Neben erbl. Faktoren spielen auch falsche Ernährung (kalorien- u. salzreich), Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßige Hektik (Streß), Lärmbelästigung, zu wenig Schlaf eine Rolle. Seltener (ca. 10 %) sind sek. Formen: organ. Störungen wie Nieren- u. hormonale Krankheiten. Hormonelle Systeme haben in allen Phasen der Hypertonieentwicklung eine große Bedeutung (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System). 15–25 % der erwachsenen Bevölkerung leiden unter hohem Blutdruck. Oft besteht jahrelang Wohlbefinden, so daß die Diagn. zufällig o. bei Reihenuntersuchungen gestellt wird (Kopfschmerz, Schwindel, Herzbeschwerden, Atemnot, Müdigkeit). Komplikationen: Herz- u. Nierenversagen, Herzinfarkt u. Schlaganfall. Je früher Bluthochdruck erkannt u. behandelt wird, desto besser können die direkt druckabhängigen Komplikationen Schlaganfall u. Herzinsuffizienz vermieden werden. Überwiegend lebenslängl., nicht zu unterbrechende Behandlung nötig. Abb.

Hypertonie. Angriffspunkte wichtiger Vasoaktiva u. Antihypertensiva
Hypertonie. Angriffspunkte wichtiger Vasoaktiva u. Antihypertensiva

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