Hypophysenadenome - Medizinlexikon
feingewebl. gutartige epitheliale Geschwülste des HVL. Eosinophile H. bestehen aus Alphazellen, basophile aus Beta- u. die Hauptzelladenome aus Gammazellen. Fetale H. bestehen aus Zellen ohne Formbesonderheiten. Sie führen zu 2 Kardinalsymptomen: 1. hormonelle Störungen infolge Beeinflussung des Hypophysen-Hypothalamus-Systems u. 2. Visusherabsetzung u. Gesichtsfeldausfälle als Folge der Tumorbeziehung zum N. opticus bzw. zur Sehnervenkreuzung. Man trennt weiter zwischen hormonaktiven u. inaktiven H. Bei Hormonaktivität entstehen unterschiedl. hormonelle Störungen. Die Größe der H. schwankt vom Mikroadenom bis zum Makroadenom (2 bzw. 1 cm). Entspr. sind die knöchernen Sellaveränderungen (Ausweitung, Druckatrophie u. Verdünnung des Sellabodens bis hin zum Aufbrauch der Keilbeinhöhle). Wachstumsrichtung: para-, supra- u. retrosellär. Nach der Ausdehnungsrichtung u. Größe richten sich die klin. Ausfälle. Behandlung u. Progn. sind um so erfolgreicher u. günstiger, je frühzeitiger das H. erkannt, behandelt bzw. operiert wird. Intraselläre Mikroadenome haben die günstigste Progn. Da Gonadenfunktionsstörungen anamnest. am längsten zurück zu verfolgen sind, muß bei jungen Frauen mit prim. o. sek. Amenorrhö immer an das H. gedacht werden. Die Operationsindikation wird wegen des Hormonexzesses o./u. wegen der lokalen Kompressionserscheinungen gestellt. Als Zugangsweg kommt vorwiegend der transsphenoidale Zugang in Frage. Auf den sellären Raum beschränkte sog. Prolaktinome können funktionell u. auch morphol. durch Bromocriptin-Gabe günstig beeinflußt werden.
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