Hypophysenerkrankungen - Medizinlexikon

endokrine Über- o. Unterfunktion der Hypophyse in Verbindung mit o. auch ohne Lokalsymptomatik, wie Hirndruckzeichen mit Nausea, Erbrechen, Kopfschmerzen, Störungen des Farbsehens, Gesichtsfeldeinschränkungen u. Visusbeeinträchtigung bis -verlust, die in Abhängigkeit von Lokalisation u. Ausdehnung des Hypophysenprozesses stehen. Bei endokrin inaktiven Tumoren der Hypophyse sind diese Lokalsymptome anfängl. der einzige Hinweis auf das Vorliegen einer hypophysären Erkrankung. Überfunktion der Hypophyse führt bei vermehrter Sekretion von Wachstumshormonen im Jugendalter bei noch nicht geschlossenen Epiphysenfugen zum Gigantismus, im Erwachsenenalter zur Akromegalie; vermehrte Sekretion von Prolaktin zum Prolaktinom (Forbes-Albright-Syndrom); von ACTH zum Cushing-Syndrom, meist als hypothalam.-hypophysäre Form. ACTH-Überproduktion nach Adrenalektomie führt zum Nelson-Syndrom (Nelson-Tumor), Überproduktion von antidiuretischem Hormon zum Bartter-Syndrom. Unterfunktion der Hypophyse mit Mangel an adenotropen u. nichtadenotropen Hormonen führt im Erwachsenenalter zum Hypopituitarismus; Mangel an Gonadotropinen bewirkt im Kindes- u. Adoleszentenalter den idiopath. Eunuchoidismus; Mangel an somatotropem Hormon in Verbindung mit Gonadotropinmangel führt zu hypophysärem Kleinwuchs u. an antidiuret. Hormon zum Diabetes insipidus.

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • Akromegalie

    Zu Akromegalie führt eine Vermehrte Bildung von Wachstumshormon (GH) durch ein Hypophysenadenom. Die Ausprägung beim Erwachsenen wird als "Akromegalie" bezeichnet; wenn die Krankheit sich vor dem Epiphysenfugenschluss entwickelt, spricht man von "Gigantismus".

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen