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Immundiffusion - Medizinlexikon
Präzipitationsreaktion in einem Gel. Ist die Konzentration der Trägersubstanz (Agar, Agarose) niedrig (0,3–1,5 %), dann bewegen sich Antigen u. Antikörper nach dem Gesetz der freien Diffusion in Flüssigkeiten. Sie wandern aufeinander zu, u. in der Äquivalenzzone kommt es zur Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen, deren Größe eine weitere Wanderung verhindert. Die I. wird in zahlreichen Varianten durchgeführt. Einfache I. (direkter Kontakt von antigen- u. antikörperhaltigen Gelen): einfache, eindimensionale I.; einfache, zweidimensionale I. (radiale I., Mancini-Technik). Doppeldiffusion (Wanderung von Antigen u. Antikörpern in ein proteinfreies Gel): eindimensionale Doppeldiffusion (Oudin-Technik); zweidimensionale Doppeldiffusion (Ouchterlony-Technik). Mit der Mancini-Technik wurden quantitative Serumproteinbestimmungen durchgeführt. Das antikörperhaltige Gel enthält z. B. Anti-Haptoglobin, das zentrale Loch Patientenserum (Antigen). Um das antigenhaltige Loch entwickelt sich ein Präzipitationshof aus Haptoglobin-Antihaptoglobin, dessen Durchmesser im Vergleich zu einer Standardkurve den Haptoglobingehalt des Serums errechnen läßt. Die Ouchterlony-Technik erlaubt nicht nur Antigen- bzw. Antikörpernachweise, es lassen sich auch Aussagen zur Identität der Antigene (Antikörper) machen. Eine Kombination der I. mit der Elektrophorese erlaubt weitergehende Aussagen. Immunelektrophorese. Abb. 1 u. 2.
1a u. 1b: einfache, eindimensionale Immundiffusion; 2a: eindimensionale Doppeldiffusion; 2b: zweidimensionale Doppeldiffusion
© Elsevier GmbH, München
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