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Immunkomplexkrankheiten - Medizinlexikon
Erkrankungen bzw. Krankheitssymptome, die ganz o. teilweise, direkt o. indirekt Folge einer Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen (= Immunkomplexen) sind. Zahlreiche Nephritiden sind Immunkomplex-Nephritiden. Immunkomplexe sind am Lupus erythematodes (SLE) u. an der akuten Serumkrankheit beteiligt. Vermutl. beteiligt sind I. bei rheumatoider Arthritis, Sjögren-Syndrom, Polyarteriitis nodosa, nekrotisierender Angiitis, Polymyositis, Dermatomyositis. Exp. führt die Injektion von Immunkomplexen (IC) nicht zur Ablagerung, ebenso nicht Antigeninjektionen bei immunisierten Tieren. Dazu ist ein weiterer Faktor notwendig (vasoaktive Amine). Die Größe der Immunkomplexe spielt eine Rolle: nur lösl. Immunkomplexe im Antigenüberschuß werden abgelagert (Sedimentationskonstante über 19 S). Sehr große Komplexe im Antikörperüberschuß werden schnell ausgeschieden, u. sehr kleine zirkulieren lange ohne Ablagerung. Nach Bindung der Immunkomplexe an Basalmembranen wird Komplement aktiviert; die Komplementfaktoren C3a u. C5a wirken chemotakt. für Neutrophile. Während der Phagozytose der Komplexe werden lysosomale proteolyt. Enzyme aus den Leukozyten freigesetzt.
© Elsevier GmbH, München
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