Immunsystem - Medizinlexikon

aus versch. Organen, Geweben bzw. zirkulierenden Zellen bestehende Funktionseinheit zur Abwehr von fremden u. alterierten körpereigenen Antigenen sowie zur Aufrechterhaltung der Duldung körpereigener Antigenstrukturen mit Einteilung in prim. u. sek. lymphoide Organe. Prim. lymphoide Organe: Knochenmark, Thymus, bei Vögeln Bursa Fabricii, bei Säugern wird ein Analogorgan postuliert (evtl. Knochenmark). Wesentl. Zelltyp zur Realisierung der Funktionen des I. ist der Lymphozyt (unterteilt in B- u. T-Zellreihe sowie möglicherweise eine dritte Population: „natürliche Killerzellen“ [NK-Zellen] u. Nullzellen). Entwicklung der Lymphozyten beginnt aus der Knochenmarkstammzelle, Differenzierung der T-Zellreihe unter Einfluß des Thymus, Entwicklung der B-Zellreihe unter Einfluß des postulierten Analogorgans, Funktionsablauf Immunabwehr. Verteilung der Zellen in den sek. lymphoiden Organen (Lymphknoten, Milz, lymphat. Subepithel) sowie zirkulierend in Lymphe u. Blut. Funktionen des I. werden genet. gesteuert, Majorhistokompatibilitätskomplex, u. hormonell beeinflußt, z. B. durch Thymosin. Vom I. i. e. S. (als antigenspezif. Geschehen) wird unter phylogenet. Aspekt erst mit dem Entstehen der Wirbeltiere gesprochen (Produktion von Immunglobulinen als Antwort auf einen Antigenreiz). In den Gesamtprozeß sind zahlreiche unspezif. Teilschritte, z. B. Komplementzytolyse, Phagozytose, eingeschlossen. MALT.

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