Indikan - Medizinlexikon

Kaliumsalz der Indoxylschwefelsäure u. Indoxylglukuronsäure. Beide Substanzen entstehen aus dem anaeroben Abbau von Tryptophan zu Indol durch Kolibakterien im Darm; Indol wird resorbiert, in der Leber zu Indoxyl oxidiert, Indoxyl durch Veresterung entgiftet u. die Ester mit dem Harn ausgeschieden. Ausscheidungsmenge abhängig von Verweildauer des Darminhalts im Darm. Vermehrte Ausscheidung bei Ileus, Darmstenose, Obstipation, bei Enteritis, Typhus, bei Dyspepsien, bei Tumoren, Abszessen, bei Hartnup-Krankheit. Nachweis besitzt auch heute zytodiagnost. Relevanz beim akuten Abdomen, klin. Sympt. steht im Vordergrund. Normale Ausscheidung 30–100 mg/d. Erhöhter Proteinzerfall kann ohne Indikanurie verlaufen (Ausscheidung durch Darm). Nachweis mit Blei(II)-acetat, Thymol u. Obermayers Reagens nach Jolles, nach Ausschütteln in Chloroform violette Färbung.

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