Insemination, artifizielle - Medizinlexikon

Gewinnung männl. Samens u. Einspritzung desselben in die Gebärmutterhöhle zum Zeitpunkt der Ovulation; in der Tiermedizin zur Qualitätszüchtung verwendet, beim Menschen ther. Möglichkeit zur Behandlung ungewollter ehel. Kinderlosigkeit. Die maritogene Insemination (MAI) hat androlog. u. gyn. Ind. (Subfertilität des männl. Partners durch Abweichungen des Ejakulats von der Norm, Verhinderung der intravaginalen Ejakulation durch anat. Defekte o. funktionelle Störungen, therapieresistente Störungen des zervikalen Faktors, Sterilität ohne erkennbare Ursache) u. verwendet zur Samenübertragung ausschließl. Samen des Ehemannes. Jurist. unproblemat. Die donogene Insemination (DAI) ist allein androlog. indiziert (Infertilität des Ehemannes, therapieresistente pathol. Ejakulatbefunde, Erbkrankheiten, Rh-Inkompatibilität) u. erfordert die Samenspende eines nach med. u. eth.-moral. Aspekten geeigneten jungen Mannes. Voraussetzungen zur DAI: Stabilität der Ehe, freier Entschluß des Ehepaares, beurkundete Willenserklärung, Aufklärung der Pat. über Technik u. Komplikationen, gyn. Sterilitätsdiagnostik, Wahrung der Anonymität. Methode: MAI u. DAI mit Nativ- o. Kryosperma, während der Ovulationsphase 1–3 Inseminationen (intravaginal, Portiokappe, intrazervikal o. intrauterin). Kontraindikationen der a. I.: gyn. Konzeptionshindernisse, Erbkrankheiten, kongenitale Fehlbildungen u. defekte Spermatozoen (bei MAI), Infektionen des Genitaltrakts, Einfluß von Strahlen, Zytostatika, Immunosuppressiva, Alter des Mannes > 50 Jahre (MAI), Alter der Frau > 35 Jahre.

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