Cadmium (Cd) - Laborwerte-Lexikon
Referenzbereich Blut [TLD]
- Nichtraucher < 1,7 µg/l (15 nmol/l)
- Raucher < 8 µg/l (71 nmol/l)
Referenzbereich Urin [TLD]
24-Std.-Sammelurin: < 1,5 µg/24 Std. (13 nmol/24 Std.)
µg/l x 8,9 = nmol/l; nmol/l x 0,11= µg/l
Hintergrund
Das Schwermetall Cadmium (Cd) kommt in Spuren überall vor.
Nicht beruflich exponierte Nichtraucher nehmen Cadmium vor allem über die Nahrung auf, starke Raucher noch einmal die gleiche Menge über den Zigarettenrauch. Am Arbeitsplatz belastet sind z.B. Arbeiter in der Farbpigment- oder Akkumulatorenherstellung.
Chronische Cadmiumvergiftungen durch Einatmen von Cadmium zeigen sich oft zuerst an den Schleimhäuten der Atemwege (Cadmiumschnupfen, Husten). Am meisten werden aber die Nieren geschädigt. Frühzeichen ist eine vermehrte Eiweißausscheidung. Cadmium hemmt außerdem die Eisenaufnahme und führt so zu Blutarmut, es beschleunigt eine Osteoporose und ist krebserregend.
Bestimmung im Blut
- Akute Cadmiumvergiftung (sehr selten)
- Chronische, meist berufliche bedingte Cadmiumvergiftung
- Überwachung bei chronischer Cadmiumbelastung am Arbeitsplatz (zusammen mit β2-Mikroglobulin im Urin)
- Erhöhte Proteinausscheidung über die Nieren bei möglicher Cadmiumbelastung
Cadmium-Erhöhung
Akute oder chronische Cadmiumbelastung
Gut zu wissen
Die Untersuchung von Haaren ist unzuverlässig
© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München
Kadmium - Medizinlexikon
chem. Symbol Cd, Ordnungszahl 48, relative Atommasse 112,4. In der Natur kommen Kadmiumsalze (Sulfid, Karbonat) als Begleiter entspr. Zinksalze vor. Metall. K. eignet sich als Neutronenabsorber in Kernkraftwerken. Biol. Wirkung: starkes Enzymgift, blockiert ähnl. wie Blei die Sulfhydrylgruppen u. entkoppelt die oxidative Phosphorylierung. Exposition über Intestinal- u. Atemtrakt. Resorbiertes Cd wird in der Leber als Metallothionin-Eiweißkomplex gebunden, dessen Synthese durch Cd in Leber u. Niere induziert u. zur Niere weitergeleitet wird. Kadmiumausscheidung im Urin ist Maß für die Schädigung des Aufnahme-, Transport- u. Akkumulationsmechanismus. Extrem lange biol. Halbwertszeit (16–33 Jahre). Sog. itai-itai-Krankheit, 1955 in Japan durch Umweltverschmutzung mit Cd; z. Z. nimmt der Mensch 25–60 ?g K./d mit der Nahrung auf. FAO/WHO empfehlen, die wöchentl. Aufnahme (Tolerable weekly intake) auf 400–500 ?g (d. h. ~ 70 ?g/d) zu begrenzen.
© Elsevier GmbH, München
Verwandte Artikel
-
Die gesunde Wirkung der Alge
Algen sind reine Nährstoffpakete. Auf den ersten Blick wirken sie auf die meisten nicht besonders appetilich. Obwohl die japanische Sushikultur den Algen schon einiges mehr abgewinnen kann, bleibt diese Speise umstritten. Das Internet-Gesundheitsportal www...
-
Vergiftungen mit Schwermetallen
Vergiftungen mit Schwermetallen ist eine Aufnahme toxischer Mengen von Metallen wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen, Thallium, Aluminium, Chrom & Bismut (Wismut).
Forenbeiträge
12
-
Antwort: mein beitrag für euch
was bedeutet das für dich, wenn zuviel cadmium im blut ist??? klingt nicht super und wenn das so...
-
Antwort: @ Hypo
...Quecksilber. Ausserdem alle üblichen Schwermetalle testen : Titan !, Kadmium, Nickel, Chrom, ...
Antworten
3
-
MeinHNO Arzt hat bei mir eine Stimmba...
... Zähne bzw. Zahnfüllungen. Vor allem aber Einwirkungen von Kadmium und radioaktiven Substan...
-
Was ist von der Homöopathie zu halten?
...: sie verwendet Gifte wie Arsen, Quecksilber, Blei oder Cadmium, die verwendeten Medikamente k...
Krankheiten
2
-
Nierenkrebs
..., Rauchen, chronische Niereninsuffizienz, langjährige Analgetika- und Diuretikatherapie, Cadm...
-
Nierenzellkarzinom
..., Übergewicht, genetische Veranlagung sowie Umweltgift wie z.B. Cadmium, das u.a.in Autobatt...

