Kalium (K, K+) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [TLD]

  • Erwachsene: 3,6–4,8 mmol/l
  • Kinder über ein Jahr: 3,3–4,6 mmol/l

Referenzbereich Urin [TLD]

24-Std.-Sammelurin: 34–126 mmol/24 Std.

Hintergrund

Kalium (K) ist eines der wichtigsten Mengenelemente des Körpers. 98 % befinden sich in, 2 % außerhalb der Zellen. Dieses Gefälle ist Voraussetzung für die normale Erregbarkeit der Nerven- und Muskelzellen (einschließlich der des Herzens). Kalium ist zudem an der Regulation des Säure-Basen-Haushalts beteiligt.

Eine angepasste Kaliumausscheidung über die Nieren hält den Blutkaliumspiegel trotz unterschiedlicher Kaliumaufnahme mit der Nahrung beim Gesunden konstant. Die Bestimmung des Kaliums im Blut ist eine Basisuntersuchung bei praktisch allen akuten Erkrankungen.

Das Urinkalium schwankt je nach Kaliumzufuhr. Der Arzt lässt es v.a. bei verändertem Blutkalium bestimmen, um einzugrenzen, ob die Ursache innerhalb oder außerhalb der Nieren liegt.

Bestimmung im Blut

  • Ursachensuche bei Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck
  • Störungen des Säure-Basen-Haushalts
  • Nierenversagen
  • Kontrolle bei Behandlung mit Diuretika (harntreibenden Medikamenten), Digitalispräparaten , Abführmitteln
  • Kontrolle bei Durchfall und Erbrechen
  • Kontrolle bei Nebennierenrindenüber- oder -unterfunktion
  • Kontrolluntersuchung in der Intensivmedizin

Bestimmung im Urin

  • Veränderte Blutkaliumspiegel
  • Verdacht auf unkontrollierte Diuretika-Einnahme

Kalium-Erhöhung im Blut

  • Nierenversagen
  • Azidose (Kaliumumverteilung)
  • Bestimmte Medikamente, z.B. kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, einige Antibiotika, nichtsteroidale Antirheumatika . Digitalis-Überdosierung
  • Mangel an Aldosteron (Hypoaldosteronismus)
  • Massiver Zelluntergang z.B. bei Verletzungen, Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen)

Kalium-Erniedrigung im Blut

  • Bestimmte Nierenerkrankungen, Durchfälle, Erbrechen
  • Exzessiver Verzehr von Lakritze
  • Alkalose (Kaliumumverteilung)
  • Überproduktion von Aldosteron (Hyperaldosteronismus)
  • Überproduktion von Kortisol (Cushing-Syndrom)
  • Medikamente, z.B. Abführmittel, Diuretika (Schleifendiuretika, Thiazide), Kortison
  • Alkoholmissbrauch
  • Ursachen einer Kalium-Erhöhung im Urin
  • Einige Diuretika (Schleifendiuretika und Thiazide)
  • Überproduktion von Aldosteron (Hyperaldosteronismus)
  • Bestimmte Nierenerkrankungen (renale tubuläre Azidosen)
  • Wasserüberschuss mit vermehrtem Urinfluss in den Nierenkanälchen
  • Störungen des Säure-Basen-Haushalts

Kalium-Erniedrigung im Urin

  • Bestimmte Medikamente, z.B. sog. kaliumsparende Diuretika
  • Nierenversagen
  • Mangel an Aldosteron (Hypoaldosteronismus)

Gut zu wissen

Längeres Stauen oder »Pumpen« bei der Blutentnahme erhöht den Kaliumspiegel der Probe bis zu 20 %.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Kalium - Medizinlexikon

chem. Symbol K; Ordnungszahl 19, relative Atommasse 39,10. Silberweiß glänzendes, relativ weiches, chem. sehr reaktionsfähiges Alkalimetall.

© Elsevier GmbH, München

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