Knochenmarkinsuffizienz - Medizinlexikon

Funktionsstörung des blutbildenden Knochenmarks, die mit einer Verminderung der Zellen im peripheren Blut einhergeht. An der peripheren Hämozytopenie können Erythrozyten, Leukozyten u. Thrombozyten in unterschiedl. Ausmaß beteiligt sein. Um die gestörte Bildung der Blutzellen zu unterstreichen, wird auch vom aplast. Knochenmarksyndrom gesprochen. Im typ. Fall findet sich bei der Knochenmarkbiopsie ein zellarmes Mark (Knochenmarkaplasie bzw. -hypoplasie). Es kann jedoch auch ein zellreiches Mark mit ineffektiver Blutzellbildung vorliegen. Ätiol. kommen bei den erworbenen Formen v. a. exogene Noxen (ionisierende Strahlung, organ. Lösungsmittel, Medikamente, Schwermetalle) sowie Infektionskrankheiten (Virushepatitis, generalisierte Tuberkulose) in Betracht. Pathogenet. können die hämatopoet. Blutstammzellen, das Mikromilieu im Knochenmark sowie hormonelle u. immun. Faktoren im Mittelpunkt des Geschehens stehen.

© Elsevier GmbH, München

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