Koch, Heinrich Hermann Robert - Medizinlexikon

(1843–1910), dt. Arzt u. Bakt., Schüler von Friedrich Gustav Jakob Henle, zunächst Kreisarzt in Posen, später Mitglied des Kaiserlichen Deutschen Gesundheitsamtes, Prof. für Hyg. u. zuletzt Direktor des Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin. K. hat mit seiner 1876 veröffentlichten Arbeit „Die Ätiologie der Milzbrand-Krankheit, begründet auf die Entwicklungsgeschichte des Bacillus anthracis“, in der erstmals die Ätiol. einer Infektionskrankheit lückenlos dargestellt u. bewiesen wurde, die Bakt. begründet. Durch die einwandfreie Isolierung des Erregers, wozu die von Ferdinand Cohn (1828–1898) entwickelte Anwendung fester Nährböden die Voraussetzung geschaffen hatte, konnte K. die Konstanz des Erregers für den Milzbrandbazillus einwandfrei nachweisen. Nach den in seiner Wollsteiner Landpraxis erzielten Ergebnissen erlernte K. u. a. bei dem Pathol. Julius Cohnheim in Breslau die histol. Technik. 1879 Entdeckung der Erreger von Wundinfektionen, wodurch die Theorien des engl. Chir. Joseph Lister u. die Lehre des ungar. Arztes Ignaz Philipp Semmelweis Bestätigung u. Erklärung fanden. Nach seiner Berufung in das Kaiserliche Deutsche Gesundheitsamt widmete sich K. der Erforschung der Tuberkulose. Auf der Sitzung der Berliner Physiologischen Gesellschaft am 24. 3. 1882 gab er seine Entdeckung des „Tuberkulosebazillus“ bekannt. Reisen nach Asien u. Afrika erbrachten die Isolierung des Choleraerregers (1883) sowie eine Anzahl von Arbeiten über Pest, Malaria u. Schlafkrankheit. 1885 übernahm K. den neugeschaffenen Lehrstuhl für Hyg. an der Berliner Universität. Wenige Jahre danach wechselte er an das Institut für Infektionskrankheiten (heute Robert-Koch-Institut) über. 1905 erhielt K. den Nobelpreis für Med./Physiol. „für seine Untersuchungen und Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose“.

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