Kornea - Medizinlexikon

vorderer durchsichtiger uhrglasförmiger Teil der Tunica fibrosa bulbi, der am Limbus in die weiße Augenhaut (Sklera) übergeht. Schichten von außen nach innen: 1. Epithelium anterius, mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel, 2. Lamina limitans anterior, Bowman-Membran, 3. Substantia propria mit 200–250 Lamellen kollagener Fibrillen u. Fibrozyten, 4. Lamina limitans posterior, Descemet-Membran, als dünne Basalmembran, 5. Epithelium posterius (Endothelium corneale), einschichtige Lage flacher Bindegewebezellen. Die bradytrophe K. besitzt keine Blut- u. Lymphgefäße, wohl aber eine reichl. sensible Innervation vom N. ophthalmicus des N. trigeminus. Der Durchmesser der K. beträgt 10,6–11,7 mm, die Dicke peripher 0,67, zentral 0,52 mm. Auge. Die K. ist stärker gewölbt als die Sklera, der Krümmungsradius r der Vorderfläche beträgt im Mittel 7,8 mm, der Hinterfläche 6,5 mm. Die K. trägt gemeinsam mit dem dreischichtigen präkornealen Tränenfilm mit 47 von 58 dpt den größten Teil der Gesamtbrechkraft des Auges (infolge des Wechsels der Brechungsindizes Luft/Hornhautgewebe u. der Krümmung). Die Transparenz der K. beruht auf der Wasserbindungsfähigkeit der Keratoglykosaminglykane in der Substantia propria. Störungen der opt. Funktion: Neben der Schutzfunktion ist die Transparenz die wichtigste Eigenschaft der K., die durch jede Erkrankung gestört werden kann. Die Transparenzabnahme kann durch Ödem, entzündl. Infiltration, Ulzeration u. Vaskularisation sowie Narbenbildung (Makula, Leukom, Staphylom) erfolgen. Die opt. Aufgabe der K. wird weiterhin durch die Form u. Regularität der Grenzflächen beeinflußt. Irreguläre Oberflächen entstehen durch Narben (Astigmatismus irregularis). Eine zu geringe Krümmung (Cornea plana) verursacht eine Hyperopie, jede stärkere eine Myopie. Abweichungen von der sphär. Krümmung der Korneaoberfläche verursachen einen Astigmatismus, der mit Zylindergläsern o. Haftschalen (Kontaktlinse) o. operativen Eingriffen ausgeglichen wird. Erkrankungen: 1. Erosion des Epithels, 2. Stromaentzündung, 3. Perforation durch Verletzung o. Ulkusdurchbruch, 4. Störungen des Tränenfilms (generelle o. lokale Xerophthalmie), 5. Traumen (stumpf, perforierend, Verätzung, Verbrennung), 6. Degenerationen (Dystrophien). Abb.

Kornea. Histologischer Schnitt durch die Hornhaut des Auges, HE-Färbung; rechts das Epithelium anterius, links das Epithelium posterius, dazwischen die Substantia propria
Kornea. Histologischer Schnitt durch die Hornhaut des Auges, HE-Färbung; rechts das Epithelium anterius, links das Epithelium posterius, dazwischen die Substantia propria

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