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Koronarchirurgie - Medizinlexikon
Spezialgebiet der Kardiochirurgie, umfaßt alle operativen Maßnahmen, die der Verbesserung der direkten Myokardrevaskularisation dienen. K. bedeutet Bypass-Chirurgie. Seit der klin. Einführung des aortokoronaren Venenbypass durch Favaloro im Jahre 1967 hat sich die K. zu einer bewährten Behandlungsmethode der ischäm. Herzkrankheit entwickelt. Die Bypass-Operation ist der häufigste herzchirurg. Eingriff. Die Domäne der K. ist die therapierefraktäre Angina pectoris. Voraussetzung für die K. ist die Koronarangiograhie. Es muß eine hochgradige Stenose (75 %) bzw. ein Gefäßverschluß distal, ein anschlußfähiges Koronargefäß (> 1 mm) sowie ein noch funktionsfähiger Herzmuskel vorliegen. Die komplette Revaskularisation des Myokards ist anzustreben. Das Verfahren der Wahl ist der mammarokoronare Bypass. Die Spätergebnisse bei Anwendung der A. thoracica interna am R. interventricularis anterior sind denen nach Venenbypass überlegen. Für den aortokoronaren Venenbypass dient i. d. R. die V. saphena magna als Transplantat. Nach 10 bis 11 Jahren findet man in etwa 50 % eine bedeutsame Sklerose im Venentransplantat. Die Häufigkeit der Reoperationen nimmt daher zu. Neben der Venenbypass-Sklerose erfordert die progrediente Koronararsklerose eine erneute Operation. Vorwiegend werden der R. interventricularis anterior, die re. Koronararterie, Diagonaläste u. hintere Ventrikeläste der li. Koronararterie anastomosiert. Obwohl es sich um ein palliatives Operationsverfahren handelt, stellt die K. den wesentlichsten Fortschritt in der Ther. der Angina pectoris dar. Es ist gesichert, daß durch die K. bei Stammstenosen der Koronararterien bzw. bei mehrortiger Koronararteriosklerose ein lebensverlängernder Effekt erzielt wird. Während die K. bei der chron. ischäm. Herzkrankheit heute ihren festen Platz hat, sind koronarchirurg. Eingriffe bei akuter Koronarinsuffizienz, insbes. dem eingetretenen Myokardinfarkt, von bes. Voraussetzungen abhängig. Häufig erfolgt hier die Kombination mit der intraaortalen Ballongegenpulsation. Vereinzelt erfolgt K. ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine mittels minimal invasiver Chirurgie. Abb.
© Elsevier GmbH, München
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