Kultur - Medizinlexikon

Züchtung von Mikroorganismen auf bzw. in Nährmedien. In der bakt. Diagnostik dient die Primärkultur der Anzucht des Erregers aus dem Untersuchungsmaterial mit dem Ziel, durch Passagen Reinkulturen zur Erregeridentifizierung u. Resistenzbestimmung zu erhalten. Nach Art der Züchtungsbedingungen unterscheidet man bei eukaryont. Zellen: Durchströmungskultur (Perfusionskultur) nach Rose: Kultivierungssystem, das gestattet, die Umweltbedingungen ständig zu kontrollieren u. relativ konstant zu halten. Unter diesen Bedingungen werden höhere Zelldichten als bei stationärer Kultivierung erreicht. Fibroblastenkultur: in serumhaltigen Medien wird in Explantatkulturen eine Population mesenchymaler Zellen (Fibroblasten) bevorzugt zur Proliferation angeregt. Kaltblüterzellkultur: Zell- o. Organkulturen, bei denen Gewebe o. Organe versch. Kaltblüter (Fische, Amphibien, Reptilien, neuerdings v. a. Insekten) Verwendung finden. Diese erfordern spez. Nährmedien. Rollerkultur: durch langsame Rotation der Kulturgefäße (Röhrchen o. Rundflaschen) wird eine bessere Versorgung von Monolayer-Zellkulturen mit Nähr- u. Wirkstoffen erzielt. Suspensionskultur (z. B. in Spinnerflaschen): hierfür geeignete Zellen werden in Kulturflaschen größerer Volumina (100 ml bis 5 l) o. noch größeren Fermentatoren scherkraftarm bewegt u. dadurch in der Schwebe gehalten. Klontechnik (auch Kolonietechnik): Verdünnung von Zellsuspensionen auf Grenzwerte, von denen dann Klone zu isolieren sind. Weitere z. T. in der Industrie genutzte Kulturverfahren: Emerskultur, Submerskultur, Fermenter.

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • mittagspause II oder fremde kulturen

    opi: „hallo, ich hätte gerne das geschnetzelte.“ verkäuferin: „das ist gyros.“ opi: „bitte?“ verkäuferin: „das ist gyros. a bissel schärfer.“ opi: „gut. nehm ich das geschnetzelte.“ verkäuferin: „mit tzaziki?“ opi: „bitte?“ verkäuferin: „mit tzaziki. glaub´...

  • Neue Unternehmenskultur: ungedeckelter Urlaub

    Auf den ersten Eindruck klingt es wie ein Scherz - doch es ist Realität: Die Mitarbeiter der florierenden Online-Firma Netflix aus den USA dürfen soviel Urlaub nehmen wie sie wollen. Voraussetzung ist lediglich Leistung. Wann immer, wo immer und warum auch ...

  • „InTraG-Newsletter März 2011“ des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (InTrag)

    Seit dem 16. November 2007 hat die Kulturwissenschaftliche Fakultät der Europa-Universität Viadrina ein neues Institut: das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften. Im Rahmen dieses Instituts wird seit dem Sommersemester 2009 ein weiterbilden...

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen