Laser - Medizinlexikon

Kurzw. für Light amplification by stimulated emission of radiation (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung). Diese Lichtverstärkung erfolgt in einem Lasermedium (Gas/Gasgemisch, kristalliner Festkörper, Halbleiter) nach Energiezufuhr, z. B. aus einer Gasentladung. Gegenwärtig gibt es L., die monochromat. kohärentes Licht im ultravioletten, sichtbaren u. infraroten Spektralbereich in Form von kontinuierl. Wellen bzw. Lichtimpulsen emittieren (Betriebsarten: Dauerstrich- u. Impulslaser mit Impulsdauern von 0,1–1 ?s). Laserstrahlung ist charakterisiert durch hohe Strahlungsintensität infolge hoher zeitl. u. räuml. Kohärenz sowie gute Fokussierbarkeit. Diese physikal. Eigenschaften bedingen zahlreiche med. Anwendungen: 1. als opt. Skalpell: Infolge der hohen Energiedichte erzeugt der L. hohe therm. Wirkungen mit Gewebenekrosen u. Koagulation von Blutungen (Laserchirurgie: Neurochirurgie, Ophth., Otorhinolaryngologie, Urol., Gastroenterologie, Gyn. u. a.; Laseroperationstechnik). Besondere Bedeutung besitzen der CO2-Gaslaser, gekennzeichnet durch hohe Schnitt- u. geringere Koagulationswirkung, sowie der Neodym-YAG-Laser. Dieser Festkörperlaser, der Yttrium-Aluminium-Granat-Kristalle mit Neodym-Ionen als Lasermedium benutzt, hat eine geringere Schnittwirkung, jedoch hervorragende Koagulationswirkung. Deshalb wird dessen nekrotisierender u. adhäsionsbildender Effekt bei der Endoskopie zur Blutstillung in Hohlräumen, z. B. im Gastrointestinalbereich, genutzt. Das gewebeschonende u. blutarme Schneiden bietet Vorteile gegenüber dem Skalpell. Ind.: plast. Chir., operative Maßnahmen an parenchymatösen Organen u. blutreichen Gebilden, bei Blutungs- u. Gerinnungsstörungen. In der Neurochirurgie kann sowohl präpariert, geschnitten als auch ein Tumorbett vaporisiert werden (Lasereinsatz bei Glioblastom-, Astrozytom-, Meningiom- u. Kleinhirnoperationen sowie bei intramedullären Gliomen u. bei Tumoren am Boden des IV. Ventrikels). 2. Laserangioplastie: Abbau von Ablagerungen in Arterien, Rekanalisation arterieller Obstruktionen in der Herzchirurgie, Transmyokardiale Laserrevaskularisation. 3. Laserlithotripsie: Zerstörung von Konkrementen in den Gallengängen. 4. Ophth.: Adhäsionskoagulation von Netzhautdefekten: Bes. Argonlaser werden zur Erzeugung punktförmiger Koagulationsherde benutzt. Damit werden periphere Degenerationsherde abgeriegelt, die zur Ablatio retinae Anlaß geben könnten, o. sehr flache Netzhautablösungen behandelt. Bei der diabetischen Retinopathie ist die Laserkoagulation die erfolgreichste Behandlungsmethode. Gefäßproliferationen u. -tumoren der Netzhaut können in frühen Stadien verödet werden. Auch Lückenbildungen in der Iris (YAG- u. Argonlaseriridotomie) u. Glaukombehandlung im Kammerwinkel (Lasertrabekuloplastik) sind mögl. Bei Überdosierung Anreiz zu Gliaproliferation, subretinaler Neovaskularisierung u. Gefahr von Blutungen. Laserophthalmoskop, Lasik, Korneaablation mit Excimer-Laser (Excimer). 5. Lasereinsatz zur photodynamischen Therapie. 6. Laseranwendungen in der biomedizin. Meßtechnik als Lasernephelometrie u. als hämorheolog. Meßverfahren in vitro zur Messung von Erythrozytenaggregation u. -deformation mit Hilfe der Laserlichtstreuung, in vivo Bestimmung von Blutflußgeschwindigkeiten in der Mikrozirkulation über den akustischen Doppler-Effekt am monochromat. Laserlicht (Laserscanmikroskopie). 7. L. zur Visus- u. Brechzahlmessung in der Augenheilkunde.

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