Ludwig, Carl Friedrich Wilhelm - Medizinlexikon

(1816–1895), dt. Anat. u. Physiol., Marburg, Zürich, Wien, Leipzig. Schüler von Franz Ludwig Fick. L. begründete mit der Einführung physikal.-chem. Methoden u. der breiten Anwendung des Exp. die kausalanalyt. Arbeitsmethode in der Physiol. Er eliminierte den Vitalismus völlig aus der physiol. Betrachtungsweise. L. eröffnete 1869 in Leipzig die „Neue Physiologische Anstalt“, die mehr als 200 Schüler anzog u. deren Laboratorien als vorbildl. galten. L. beschäftigte sich insbes. mit Problemen des Kreislaufs, der Diffusion, der Endosmose, der Sekretion u. der Nierenfiltration. Eine der bedeutendsten Leistungen ist das 1846 entwickelte Kymographion. 1847 entwickelte er ein Quecksilbermanometer zur blutigen Messung des art. Blutdrucks im Tierversuch sowie eine „Stromuhr“ zur Messung der Organdurchblutung. 1850 entdeckte L. die sekretor. Nerven der Speicheldrüsen.

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