Lufthygiene - Medizinlexikon

erforscht die Wechselwirkungen zwischen dem Umweltfaktor Atmosphäre u. dem Menschen. Teilgebiet der Umwelthygiene. Gesundheitsrelevant: Grad der Luftverunreinigung, die natürl. (z. B. Vulkanismus, Erosion, Pollenbildung) o. zivilisator. Ursprungs (z. B. industrielle Einflüsse) sein kann. Eine bes. Rolle spielt das Schadstoffkonzentration-Zeit-Problem: Die längere Einwirkung von Staub, Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoffen u. a. Schadstoffen der Atmosphäre kann zu Erkrankungen der Atmungsorgane u. zu Spätschäden, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, führen. Vorrangige Aufgabe der L.: Festlegung zulässiger Grenzkonzentrationen (Grenzwerte) für atmosphär. Schadstoffe (Umweltschadstoffe) u. Überwachung deren Einhaltung (Umweltkontrolle); Feststellung von Verschmutzungsquellen, deren max. Emission (die pro Zeiteinheit in die Atmosphäre ausgestoßene Masse an Verunreinigungen [g s–1 MEK-Wert]); Verfolgung meteorolog. bedingter Beziehungen (Ausbreitungsbedingungen, Schadstofflangstreckentransport) zur Immission (Verunreinigungsgehalt der Luft in der bodennahen Umwelt [mg m–3]). Durch standardisierte Untersuchungsmethoden werden die max. Immissionskonzentrationen (MIK-Werte) kontrolliert (Immissionskontrolle). Lufthygien. Maßnahmen zur Immissionsverminderung sind komplexer Natur, sie müssen neben med. u. techn. Aspekten auch gesetzl. u. ökonom. Forderungen gerecht werden. Eine Reduktion der Emissionen kann schwerpunktmäßig durch Maßnahmen wie z. B. Abgasreinigung in der Industrie, Umstellung von Brennmaterialien, Herabsetzung des CO-Gehalts der Motorabgase u. Verkehrsentlastung von Wohngebieten erreicht werden.

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