Lunge - Medizinlexikon

Synonyme: Pulmo

Anat. paariges, kegelförmiges, in die Pleura eingestülptes, den größten Teil des Brustkorbs ausfüllendes Organ (Abb. 1). Die beiden L. schließen das Herz zwischen sich ein u. sind durch die Trachea sowie die beiden Hauptbronchien miteinander verbunden. Die re. L. besteht aus 3 Lungenlappen mit insges. 10 Segmenten, die li. aus 2 Lungenlappen mit 9 Segmenten. Letztere weist am Oberlappen als Besonderheit den Herzausschnitt (Incisura cardiaca) u. das Zünglein (Lingula) auf. An beiden L. werden Facies costalis, diaphragmatica u. medialis unterschieden. Im Zentrum der Facies medialis befindet sich der pleurafreie Lungenhilus. Die hier ein- o. austretenden Bronchien, Nerven, Blut- u. Lymphgefäße werden zusammen als Lungenwurzel (Radix pulmonis) bezeichnet. Die Bronchien (Bronchus) gehen unter ständiger Aufzweigung schließl. in die Bronchiolen, diese in Alveolargänge über, an welchen Lungenbläschen (Alveolen) sitzen. Hier findet der Gasaustausch (äußere Atmung) statt. Histol. Die L. besteht aus zahlreichen Lungenläppchen (Lobuli pulmonis), in deren Achse ein Bronchus mit begleitender A. pulmonalis verläuft. In der Läppchenperipherie verlaufen die Vv. pulmonales, die das sauerstoffangereicherte Blut zum Herzen zurückleiten. Die L. ist als alveoläre Drüse aufzufassen, die CO2 u. H2O absondert. Bestimmende Strukturelemente: Bronchialbaum (Arbor bronchialis) als Gasleitung u. Alveolarbaum (Arbor alveolaris) für den Gaswechsel. Zum Bronchialbaum gehören: 1. Bronchus mit mehrreihigem Flimmerepithel, Knorpel, glatter Muskulatur, Drüsen. 2. Bronchiolus mit einschichtigem Flimmerepithel, glatter Muskulatur (durch Postmortalkontraktion entsteht gefaltetes Lumen = Sternbronchus). 3. Bronchiolus respiratorius mit einigen Alveolen in der Wand (Abb. 2). Zum Alveolarbaum gehören: 1. Alveolargang (Ductus alveolaris) mit einer Wandung aus Alveolen. 2. Alveolarsäckchen (Sacculus alveolaris) als blinde Endverzweigung. Die Lungenbläschen (Alveoli pulmonis) sind von Alveolarepithel ausgekleidet u. enthalten Alveolarmakrophagen; ihre innere Oberfläche ist von Surfactant, einem Proteinphospholipidfilm, überzogen, der die Oberflächenspannung herabsetzt. Die Alveolarwand u. die zwischen Alveolen gelegenen Alveolarsepten enthalten elast. Fasern u. Kapillaren. Alveolarepithel u. Kapillaren besitzen eine gemeinsame Basalmembran. Daher besteht die Blut-Luft-Schranke aus Kapillarendothel, vereinigter Basalmembran, Alveolarepithel u. Surfactant. Abb. 1 bis 4.

Lunge (Abb. 1). Rechte u. linke Lunge in der Ansicht von vorn<br />1: M. scalenus anterior; 2: A. subclavia; 3: Fissura obliqua; 4: Lobus superior; 5: 4. Rippe; 6: Fissura horizontalis; 7: Fissura obliqua; 8: Lobus medius; 9: Lobus inferior; 10: Centrum t
Lunge (Abb. 1). Rechte u. linke Lunge in der Ansicht von vorn
1: M. scalenus anterior; 2: A. subclavia; 3: Fissura obliqua; 4: Lobus superior; 5: 4. Rippe; 6: Fissura horizontalis; 7: Fissura obliqua; 8: Lobus medius; 9: Lobus inferior; 10: Centrum t
Lunge (Abb. 2). Histologischer Schnitt, Azanfärbung; Bronchiolus terminalis (Stern) neben Arterie, umgeben von Alveolen
Lunge (Abb. 2). Histologischer Schnitt, Azanfärbung; Bronchiolus terminalis (Stern) neben Arterie, umgeben von Alveolen
Lunge (Abb. 3). Mikroskopisch-schematische Darstellung<br />1: Bronchus; 1a: Flimmerepithel; 1b: glatte Muskulatur; 1c: Knorpel; 1d: Glandulae bronchiales; 2: Bronchiolus terminales; 2a: Flimmerepithel; 2b: glatte Muskulatur; 3: Bronchiolus respiratorius;
Lunge (Abb. 3). Mikroskopisch-schematische Darstellung
1: Bronchus; 1a: Flimmerepithel; 1b: glatte Muskulatur; 1c: Knorpel; 1d: Glandulae bronchiales; 2: Bronchiolus terminales; 2a: Flimmerepithel; 2b: glatte Muskulatur; 3: Bronchiolus respiratorius;
Lunge (Abb. 4). Histologischer Schnitt, Gefäßinjektion mit Berliner Blau; Kapillarnetze, die die Alveolen umspinnen.
Lunge (Abb. 4). Histologischer Schnitt, Gefäßinjektion mit Berliner Blau; Kapillarnetze, die die Alveolen umspinnen.

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