Lymphozyten - Medizinlexikon

runde, chromatinreiche („weiße“) Blutzellen, die in mind. zwei Populationen u. zahlreiche Subpopulationen unterteilt sind. L. realisieren im Zusammenwirken mit anderen Zellen die Immunabwehr (Immunität) eines Organismus. Lymphozytenkonzentration im peripheren Blut bei gesunden Erwachsenen 1–5 × 109/l (1 000–5 000/?l), d. h. 35 ± 10 % der weißen Blutzellen. Lymphozytopoese (Neubildung) beginnt aus Knochenmarkstammzellen; Proliferation sensibilisierter L. (Klonbildung) in den sek. lymphat. Organen (Follikelzentrumsreaktion). Lymphozytenpopulationen: B-Lymphozyt (sich bei Vögeln unter Einfluß der Bursa Fabricii entwickelnd) mit dem Enddifferenzierungsprodukt Plasmazelle (Produktionsstätte von Immunglobulinen). T-Lymphozyt, seine Entwicklung erfolgt unter dem Einfluß des Thymus (Entwicklungsstörungen Immundefekte). T-L. etwa 70 %, B-L. etwa 25 % der Gesamtlymphozyten; gesicherte Subpopulationen der T-Lymphozytenreihe: zytotox. T-Zelle (Killerzelle), Helferzelle, Suppressorzelle. Aus der B- u. T-Zellreihe hervorgehend werden sog. Erinnerungszellen (Memory cell) postuliert, deren Existenz für den schnelleren Ablauf einer Abwehrreaktion bei Antigenwiedererkennung (Sekundärkontakt) verantwortl. gemacht wird. Differenzierungskriterien der Populationen bestehen in unterschiedl. Oberflächenmarkern u. Rezeptoren. Eine als dritte Population bezeichnete Gruppe von L. besitzt weder Marker noch Rezeptoren, die sie eindeutig als B- o. T-Zelle deklarieren (Fehlen von IgD, kein Fc-, kein Schaferythrozytenrezeptor), sog. Nullzellen. Das Zusammenspiel von L. im Funktionsablauf der einzelnen Zellpopulationen wird als Kooperation bezeichnet u. durch Lymphokine mitgesteuert.

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