Meningiom - Medizinlexikon
Synonyme: Meningeoma Meningeom
gutartiger Tumor der Hirnhäute. Geht vom inneren Blatt der Dura mater encephali o. den Deckzellen der Arachnoidea, selten vom Ependym der Hirnkammern aus. Hauptlokalisation an der Falx cerebri, parasagittal, am Keilbein, im Kleinhirnbrückenwinkel, am Tentorium u. im Rückenmarkkanal. Histol. werden unterschieden M. endotheliomatosum, M. fibromatosum u. M. angiomatosum. Sarkomatöse Entartung ist selten. M. neigen zu regressiven Veränderungen (Verkalkungen). Gegenüber dem Hirngewebe meist gut abgrenzbar. Tumorzapfen können entlang der Blutgefäße in das Hirngewebe eindringen. Das Wachstum kann knoten- o. plaqueförmig, kugelig o. halbkugelig mit glatter, fein- o. grobknolliger Oberfläche sein. Im Wirbelkanal sind sie langgestreckt, auch sanduhrförmig. Bei entsprechender Größe kann es zu Massenverschiebungen, Ventrikeldeformierungen u. Tonsilleneinklemmung sowie zur Aquäduktkompression u. bei lichtungsverlegenden intraventrikulären M (bes. III. u. IV. Ventrikel) zur Hydrozephalusbildung kommen. M. können einzeln u. multipel vorkommen. Im Verhalten gegenüber den Hirnhäuten unterscheidet man mit der Leptomeninx verlötete u. der Dura mater nur anliegende u. fest mit der Dura mater verbackene u. der Leptomeninx anhaftende M. Die Schädelknochen können vom M. durch Druckatrophie, reaktive Hyperstenose o. infiltratives Wachstum einbezogen sein. Klinik: gehäuftes Vorkommen im 4.–6. Lebensjahrzehnt, Frauen häufiger als Männer betroffen, lange Anamnese. Je nach Lokalisation u. Größe mehr o. weniger ausgeprägte neurol. Sympt. Hirndruckneigung gering, verstärkt bei akuter Dekompensation auftretend. Ther.: Radikaloperation, da hierdurch Dauerheilung erzielt werden kann. Abb.
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