Menstruationszyklus - Medizinlexikon

wiederkehrender Ablauf weibl. Körperfunktionen vom ersten Tag der Menstruation bis zum letzten Tag vor der nächsten Monatsblutung mit entsprechenden hormonellen, org. u. psychosexuellen Veränderungen. Tag 1 des Zyklus ist der erste Tag der Menstruation. Im Ovar befinden sich relativ kleine Follikel, von denen einige größer werden (Follikelphase), Primärfollikel. Einer davon entwickelt sich unter dem Einfluß von follikelstimulierendem Hormon zum sprungreifen Graaf-Follikel. Die Eizelle ist dann von den Granulosazellen (12–16 Zellschichten) umhüllt, die außen von der Theca interna umgeben sind. In diesen Zellen werden Östrogene in zunehmendem Maße gebildet, die eine Proliferation des Endometriums des Uterus bewirken u. die LH-Sekretion stimulieren (Hohlweg-Effekt). Am Tage 12 erreicht die Östradiolsekretion ihr Maximum u. löst einen LH-Gipfel aus, der für die Ovulation in der Zyklusmitte verantwortl. ist. Dann wachsen die Granulosazellen zum Gelbkörper (Corpus luteum) heran, der in zunehmendem Maße Progesteron produziert u. sezerniert (Lutealphase). Progesteron führt die Uterusschleimhaut aus der Proliferationsphase in die Sekretionsphase über u. hemmt durch neg. Rückkopplung die FSH- u. LH-Sekretion. Dies unterdrückt die Reifung weiterer Follikel. Wenn keine Befruchtung erfolgt, beginnt am Tag 26 des Zyklus die Rückbildung des Gelbkörpers, an der Prostaglandine beteiligt sind. Dabei sinken die Konzentrationen an Progesteron u. Östradiol ab. Dies führt zu Schrumpfungen der Uterusschleimhaut u. zur Rückbildung der Spiralarterien u. hat Blutungen u. ein Zugrundegehen von Teilen des Endometriums zur Folge. Der Rückgang des Progesterons verursacht eine gesteigerte FSH-Sekretion; damit beginnt der Zyklus von neuem. Erhebl. physiol. Schwankungen, doch meist individuell konstant.

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