Miasma - Medizinlexikon

histor. Bez. für hypothet. Agens der Ansteckung, das im Ggs. zum Kontagium außerhalb des Tierkörpers entsteht u. über die Luft als Vehikel an bzw. in den Körper gelangt. Unter M. verstand man feinste Ausdünstungen aus stehenden Gewässern u. Sümpfen, tier. u. menschl. Exkrementen, Kadavern u. Leichen u. a. Vorstellungen der Miasmalehre reichen bis in die Neuzeit: „Es riecht wie die Pest“, Malaria: „schlechte Luft“. Die auf antike Anschauungen zurückgehende Miasmatheorie hielt sich bis ins ausgehende 19. Jh. u. wurde erst durch die Entdeckung Robert Kochs widerlegt. M. entspricht z. T. dem Begriff der aerogenen Übertragung.

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