Milzbrand - Medizinlexikon

Synonyme: Anthrax

weltweit, gehäuft in Südeuropa, Asien, Afrika auftretende, septikäm., tödl. verlaufende Epizoonose in erster Linie der Weidetiere durch Bacillus anthracis. Robert Koch erkannte den Zusammenhang zwischen dem Erreger u. der Erkrankung. Wegen der hohen Resistenz der Milzbrandsporen gegen Trockenheit u. Desinfektionsmittel sind auch Infektionen beim Umgang mit Tierprodukten (Häute, Felle, Wolle, Knochen u. ä.) mögl. Veterinärpersonal, Abdecker, Wollsortierer u. ä. sind bes. gefährdet: In den meisten Fällen ist M. eine Berufskrankheit, kann aber auch durch Arbeitsunfall entstehen, meldepflichtige Zooanthroponose. Inkubationszeit 1–3 Tage. Stadienablauf je nach Übertragungsmodus. Äußerer M.: Hautmilzbrand (Milzbrandkarbunkel); Infektion durch die verletzte Haut. Bis zu 90 % aller Milzbrandfälle, tiefrote bis blauschwarze, geschwürig zerfallende Papel mit wallartigem Entzündungshof, Milzbrandödem u. schmerzhafter regionärer Lymphadenitis (Pustula maligna) an best. Körperstellen bei best. Berufsgruppen. Entweder komplikationslose Abheilung o. tödl. Septikämie. Diagn. klin. Innerer M.: Lungenmilzbrand, Hadernkrankheit, Woolsorters' disease; eine durch Sporeninhalation tödl. konfluierende hämorrhag. Bronchopneumonie mit hämorrhag. ödematöser Mediastinitis. Darmmilzbrand, hämorrhag. Gastroenteritis mit Lymphadenitis. Neigung zu lymphogen-hämatogener Ausbreitung. Klin. stürm. Beginn mit profusem choleraähnl. Erbrechen, blutigen Diarrhöen, schnellem Kreislaufversagen u. meist tödl. Ausgang.

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