Nierentransplantation - Medizinlexikon

Organverpflanzung einer Niere. Erstmals im Tierversuch 1902 durchgeführt von Ullmann; am Menschen 1934 von Worony in Cherson (Ukraine), erste erfolgreiche N. von Mensch zu Mensch: Murray, J. E., Merrill, J. P. u. Mitarbeiter in Boston 1954 (eineiige Zwillinge). Man unterscheidet: 1. isologe Transplantation (zwischen monozygoten, also eineiigen Zwillingen); 2. homologe Transplantation (zwischen genet. versch. Individuen der gleichen Art, d. h. von Mensch zu Mensch), a) von Lebendspendern, b) von menschl. Leichen. Die Operationstechnik ist in großen Zügen festgelegt u. standardisiert: Die Blutgefäße der Spenderniere werden gewöhnl. beim Empfänger mit der A. iliaca interna (End-End) u. der V. iliaca externa (End-Seit), der Harnleiter mit der Harnblase anastomosiert. Zur Vermeidung der Rejektion erfolgt eine immunosuppressive Therapie, die eine Reihe kalkulierter Risiken birgt (Immunsuppression). Die Transplantationsüberlebensrate wird nach 3 Jahren in Abhängigkeit vom Ausmaß der Histokompatibilität zwischen 50 u. 95 % beziffert. Wird das Transplantat durch Rejektion funktionslos, so erfolgt die operative Entfernung u. Wiederaufnahme der Dialysetherapie. Eine Zweittransplantation ist mögl.

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