Nierentumoren - Medizinlexikon

Gewächse des Nierenparenchyms. Gutartige N.: a) mesenchymale Herkunft: Fibrome (z. B. Markfibrom), Lipome, Myome, Hämangiome; b) epitheliale Herkunft: Adenom der Nierenrinde; c) Pseudotumoren, z. B. Zysten (die aber keine Gewächse im eigentl. Sinne sind, sondern den Tumor klin. vortäuschen). Bösartige N.: a) Sarkom (selten); b) embryonales Adenosarkom, fast nur bei Kindern, Wilms-Tumor; c) epitheliale Herkunft: Hypernephrom, besser hypernephroides Karzinom (der häufigste N.), auch Grawitz-Tumor (1884); Grawitz glaubte ursprüngl., daß es sich um versprengtes Nebennierengewebe handele, moderne Bez. Nierenzellkarzinom mit histol. Untergruppen. Makrosk. sehr bunte Schnittfläche (sog. bunte Tumoren, histol.: typ. große glykogenreiche, „pflanzenzellartige“ Zellverbände mit wasserklarem Protoplasma, in späterem Stadium atyp. werdend, Polymorphie), Einbruch in das Nierenbeckenkelchsystem (Hämaturie) o. in die Nierenvene (hämatogene Metastasierung bes. in Lunge u. Knochen) ist mögl. Hauptsymptom aller N.: schmerzlose, meist makroskop. blutige Miktion (makrosk. Hämaturie). Diagn.: Palpation der Nieren (nur bei großen Tumoren), Ausscheidungsurogramm- (besser Infusionsurogramm) u. Sonographie, Computertomographie, Nierenangiographie, Kavographie u. Phlebographie zur Bestimmung der Operabilität. Ther.: Nephrektomie mit Nierenfettkapsel u. Nebennieren sowie Ausräumung der regionalen Lymphknoten; u. U. Vor- u. Nachbestrahlung (beim Wilms-Tumor).

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