Nukleus - Medizinlexikon

Anhäufung von Nervenzelleibern (Corpus neuroni) innerhalb der weißen Substanz des ZNS (Perikaryen).

Kern, Zellkern, genet. u. metabol. wichtiger Bestandteil der Zelle. In den meisten Zellen (außer in Erythrozyten, Thrombozyten, Hornzellen) vorhandener, neben dem Zytoplasma wichtiger Zellbestandteil, der die Chromosomen enthält. Der N. liegt in 2 Phasenformen vor. 1. Interphasekern (G1- bzw. G0-Phase des Zellzyklus): die Chromosomen sind bis auf das kondensiert bleibende, transkriptionsinaktive Heterochromatin nicht färbbar; der Kern erfüllt metabol. Aufgaben; 2. Mitosekern (M-Phase): die Chromosomen werden insges. färbbar, der Kern durchläuft die Teilung (Mitose). Struktur des Interphasekerns: 1. Kernmembran (Nukleolemma) mit Außenmembran, perinukleärem Raum u. Innenmembran, Kernhülle. 2. Kerninhalt (Nukleoplasma): a) Euchromatin, nicht färbbar, elektronenhell, b) Heterochromatin, färbbar, elektronendicht, c) Kernkörperchen (Nukleolus), d) Granulum chromatini, darunter das Sex-Chromatin (Corpusculum chromatini sexualis), auch die Interchromatingranula, Perichromatingranula, e) Kernsaftflüssigkeit mit lösl. RNA u. Proteinen. Die Kernmembran hat 50–80 nm weite Poren (Porus nuclearis) mit einer Scheidewand (Diaphragma pori), durch die das Nukleoplasma mit dem Grundplasma (Zytosol) verbunden ist. Durch die Kernporen gelangt neugebildete RNA in das Zytosol. Der N. ist rund bis oval o. hat eine vielgestaltige Form u. wird von einer Doppelmembran umgeben, an deren zytoplasmat. Seite Ribosomen angelagert sein können. Hauptbestandteil des N. sind das Karyoplasma u. der Nukleolus. Vom N. werden die für die zytoplasmat. Eiweißsynthese notwendigen Informationen über Nukleoproteide durch die Kernmembranporen ausgeschleust u. verbinden sich mit den Ribosomen. Abb.

Nukleus. Übersicht über den Zellkern<br />1: Interchromatingranula; 2: Kernmembran; 3: Kernporen; 4: Lamina fibrosa; 5: Nukleolus; 6: Nukleoplasma; 7: Perichromatingranula
Nukleus. Übersicht über den Zellkern
1: Interchromatingranula; 2: Kernmembran; 3: Kernporen; 4: Lamina fibrosa; 5: Nukleolus; 6: Nukleoplasma; 7: Perichromatingranula

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