Ödem - Medizinlexikon

Synonyme: Oedema

Ansammlung von Flüssigkeit mit unterschiedl. Eiweiß- u. Zellgehalt (Transsudat im Ggs. zum Exsudat) im interstitiellen Raum u. in Körperhöhlen. Pathogenet. wichtig: gestörter Lymphabfluß, erhöhter hydrostat. Druck, verminderter kolloidosmot. Druck, Erhöhung des kolloidosmot. Gewebedrucks sowie gesteigerte Gefäßwandpermeabilität. Kausalpathogenet. werden unterschieden: 1. mechan. Ö.; 2. Stauungsödem bei passiver Hyperämie; 3. renales Ö. bei Nierenleiden, zeigt sich zuerst im Gesicht, bes. Lidödem (verquollene Augenlider), gleichzeitig Albuminurie. Ursachen: 1. im Verhältnis zur Flüssigkeitsaufnahme wird zu wenig Harnfiltrat gebildet (bei überwässerten Pat. mit Niereninsuffizienz). 2. Es wird zuviel Primärharn im Verhältnis zur glomerulären Filtration zurückresorbiert; 4. tox. Ö. (z. B. N-Lost); 5. Hungerödem; 6. angioneurot. Ö. (Oedema circumscriptum), Quincke-Ödem; 7. entzündl. Ö.; 8. posttraumat. Ö. als akute Reaktion des Organismus auf die mechan. Gewebeschädigung u. Blutung bei Kontusion, Distorsion, Luxation, Fraktur; erste Etappe lokaler reparativer Vorgänge, chron. Form als Reaktion auf die Remobilisation u. Ausdruck der Frakturkrankheit; 9. traumat. Ö. im Bereich einer traumat. Schädigung wie Prellung, Quetschung u. ä.; 10. malignes Ö.: Gasödem; auch Bez. einer bes. schweren klin. Erscheinungsform der kutanen Infektion mit Bacillus anthracis (Milzbrandkarbunkel, Milzbrand); 11. Oedema anasarka: Anasarka; 12. latentes Ö.: geringe, noch nicht erkennbare Flüssigkeitsansammlung im Unterhautgewebe; 13. Oedema perstans: Melkersson-Rosenthal-Syndrom. Folgen der Ö. werden von Lokalisation bestimmt (z. B. Gehirn: Tod durch erhöhten Hirndruck; Pleurahöhle: Lungenatelektase, Alveolendiffusionsstörung).

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