Ödipuskomplex - Medizinlexikon

in Anlehnung an den antiken Mythos des König Ödipus von Theben, der unwissentl. u. unwillentl. seinen Vater Laios erschlägt u. seine Mutter Iokaste heiratet, beschreibt Sigmund Freud mit dem Ö. die Kerndynamik der klass. Neurosenlehre, in der das drei- bis fünfjährige Kind Inzestphantasien gegenüber dem gegengeschlechtl. Elternteil u. Eifersucht sowie feindselige Wünsche u. Impulse gegenüber dem gleichgeschlechtl. Elternteil hegt. Das Kind löst diesen infantilen Entwicklungskonflikt, indem es sich aus Angst vor Bedrohung seiner körperl. Integrität (u. a. Kastrationsangst) dem gleichgeschlechtl. Elternteil zuwendet, sich mit ihm identifiziert u. damit die Über-Ich-Strukturierung u. spätere Ausrichtung sexuell-erot. Wünsche u. Bindungen festigt. Wegen der Ängste, die damit verbunden sind, bleibt der ödipale Konflikt i. d. R. unbewußt. In den letzten 40 Jahren wurden vermehrt Traumata der präödipalen Phase untersucht, beschrieben u. in ihrer Beutung hervorgehoben (M. Klein, D. W. Winnicott, M. Balint, M. Bowlby, W. R. Bion).

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