Onchozerkose - Medizinlexikon

Onchozerkiasis, Tropical river blindness, Flußblindheit, Knotenfilariose; im trop. Afrika u. Zentralamerika vorkommende Parasitose, hervorgerufen durch Filarien der Art Onchocerca volvulus. Überträger: Simulien (Kriebelmücken). Larven gehen beim Blutsaugen der Simulienweibchen auf den Menschen über, wachsen in 2–4 Monaten zu Würmern heran, zunächst im Bindegewebe, später in einem Knäuel als Hautknoten. Adulte Würmer bis 16 Jahre lebensfähig. Onchozerkaweibchen gebären lebende Mikrofilarien, die vorzugsweise Unterhautbindegewebe befallen u. elast. Fasern zerstören. Dort 15–18 Monate nach dem Mückenstich nachweisbar; sterben nach etwa 30 Monaten ab o. werden durch blutsaugende Insekten aufgenommen. Charakterist. Sympt.: juckende, subkutane Knoten (wenige Millimeter bis Zentimeter: Onchozerkome), chron. Dermatitis, Atrophie, Depigmentation. Die Würmer gelangen auf dem Lymphweg ins Auge. Schon bei Kindern beginnt Konjunktivitis, schließl. Keratitis mit großflächiger Vernarbung u. Pannusbildung, Uveitis, Sekundärglaukom, Flußblindheit, bringt ganze Stämme zur Erblindung. Bei der mittelamerikan. O. (Erreger Onchocerca caecutiens): kirschgroße Hautknoten, bes. im Kopfbereich. In Guatemala sog. Küstenerysipel, in Mexiko sog. Moradakrankheit. Geht in 80 % mit Erblindung einher. Verläuft wie afrikan. O. Groß angelegtes Bekämpfungsprogramm durch WHO. Diagn. durch Nachweis der Mikrofilarien in der Haut; Skarifikation o. Punktion eines Knotens; indirekte Diagn. durch Mazotti-Test (24 h nach oraler Applikation von Diäthylkarbamazin typ. Lid- u. Bindehautschwellung u. Reizung des Auges, Hetrazanprovokation). Ther. mit Ivermectin, Diäthylkarbamazin, Suramin. Abb.

Onchozerkose. Schnitt durch ein Onchozerkom, Gieson-Färbung
Onchozerkose. Schnitt durch ein Onchozerkom, Gieson-Färbung

© Elsevier GmbH, München

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