Opiumalkaloide - Medizinlexikon

Gesamtalkaloidspektrum aus mind. 40 Verbindungen. Hauptalkaloid ist das 1805 von Sertürner erstmals isolierte Morphin (7–21 %); es folgen Noscapin (Narcotin, 1,5–13 %), Codein (0,3–6,6 %), Papaverin (0,1–4,5 %), Thebain (0,5–7 %) u. Narcein (0,1–0,7 %). Alkaloide liegen als Salze der Mekon- o. Milchsäure vor. Von den obengenannten Verbindungen findet Morphin (Morphinum hydrochloricum) als zentral angreifendes Analgetikum Verwendung. Es wirkt außerdem sedativ, antitussiv, euphorisierend u. zentral parasympathikomimet. Seine Verwendung unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Gewinnung heute z. T. aus Mohnstroh. Codein (Codeinum phosphoricum) potenziert Wirkung anderer Analgetika; dämpfender Effekt auf Hustenzentrum, Antitussivum. Papaverin (Papaverinum) greift peripher an, bewirkt Erschlaffung der glatten Muskulatur; bei Magen-, Darm-, Gallen- u. Harnwegsspasmen. Nosacapin, ähnl. Codein antitussiv wirkend, ist Bestandteil von Antitussiva. Potenziert ferner analget. Wirkung des Morphins, zur Herstellung des hämostypt. wirksamen Cotarnins geeignet. Thebain, ther. bedeutungslos, wichtiges Ausgangsalkaloid zur Gewinnung von Codein sowie für halbsynthet. Analgetika. Gewinnung aus chem. Rassen von Papaver bracteatum.

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