Organum spirale - Medizinlexikon

Synonyme: Corti-Organ

Akustikrezeptor, lokalisiert im Schneckengang (Ductus cochlearis). Das O. s. sitzt der Basilarmembran (Lamina basilaris) auf, ist seitl. durch den Sulcus spiralis internus bzw. externus begrenzt u. wird von der Membrana tectoria bedeckt. Die Sinneszellen (Haarzellen, Epitheliocytus sensorius pilosus) sind eingebettet in stützende Zellen: Stützzellen (Epitheliocytus sustentans), Grenzzellen (Epitheliocytus limitans), Phalangenzellen (Epitheliocytus phalangeus), Pfeilerzellen (Epitheliocytus pilaris), die zwischen sich 3 Tunnelräume fassen (innerer Tunnel, Cuniculus internus, Nuel-Raum, Cuniculus medius, äußerer Tunnel, Cuniculus externus). Diese Tunnel enthalten die Corti-Lymphe (kaliumarm, umspült den Zelleib der Sinneszellen), während der Ductus cochlearis Endolymphe enthält (kaliumreich, umspült die Haare der Sinneszellen). Die Sinneszellen sind in Aussparungen der durch Desmosomen fest miteinander verbundenen Phalangenzellen eingebettet, so daß nur die Haare (kurze u. lange Stereozilien) über die Oberfläche der Membrana reticularis hinausragen. Die langen Stereozilien sind mit der Membrana tectoria verbunden. Durch Relativbewegung der Basilarmembran gegen die Membrana tectoria werden die Stereozilien bewegt u. es wird in den Haarzellen ein Rezeptorpotential gebildet (Hörtheorien). Das Rezeptorpotential ruft in dem an der Haarzelle synapt. beginnenden dendrit. Fortsatz der bipolaren Nervenzellen des Ganglion spirale (1. Neuron der Hörbahn) ein Aktionspotential hervor. Innervationsunterschied: 1. Die innere Reihe der Haarzellen (ca. 3 500 Zellen) wird nach dem Divergenzprinzip innerviert; an jeder Zelle beginnen bis zu 20 Dendriten; die 3 500 Zellen liefern 95 % der Signale; 2. die drei Reihen äußerer Haarzellen (ca. 12 000 Zellen) werden nach dem Konvergenzprinzip innerviert; an vielen Zellen beginnt ein stark verzweigter Dendrit; die 12 000 Zellen liefern nur 5 % der Signale. Abb. 1 u. 2.

Organum spirale (Abb. 1). Corti-Organ<br />1: Crista spiralis (früher Ligamentum spirale); 2: Lamina spiralis (Basilarmembran); 3: Stützzellen (Epitheliocytus sustentans externus, Syn.: Claudius-Zellen); 4: äußere Grenzzellen (Epitheliocytus limitans exte
Organum spirale (Abb. 1). Corti-Organ
1: Crista spiralis (früher Ligamentum spirale); 2: Lamina spiralis (Basilarmembran); 3: Stützzellen (Epitheliocytus sustentans externus, Syn.: Claudius-Zellen); 4: äußere Grenzzellen (Epitheliocytus limitans exte
Organum spirale (Abb. 2). Histologischer Schnitt durch die Kochlea, Eisenhämatoxylin-Chromotrop-Färbung; Tunnelräume, Stützzellen u. Sinneszellen (Zellkerne am weitesten oben), die von links kommende, gelbliche Membrana tectoria (Pfeil) legt sich auf das
Organum spirale (Abb. 2). Histologischer Schnitt durch die Kochlea, Eisenhämatoxylin-Chromotrop-Färbung; Tunnelräume, Stützzellen u. Sinneszellen (Zellkerne am weitesten oben), die von links kommende, gelbliche Membrana tectoria (Pfeil) legt sich auf das

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • Multiorganversagen

    Unter dem Multiorganversagen (MOV) versteht man das gleichzeitige oder sequentielle Versagen von zwei oder mehreren vitalen Organsystemen. Syn: MOFS (Multi-organ-failure-syndrom), MODS (Multiorgandysfunktionssyndrom), MSOF (Multiple-system-organ-failure)

  • Notfall-Verhütung: Pille und Spirale danach

    Das Kondom abgerutscht, die Pille vergessen, die Pille erbrochen oder gar keine Verhütung, vielleicht sogar Geschlechtsverkehr wider Willen, Vergewaltigung – was tun? Es gibt ja die Pille danach, aber wo gibt es die? Was muss ich beachten? Wo bekomme ich ...

  • Hormonspirale

    Die Hormonspirale ist eine gestagenhaltige Kunststoffspirale, die zur Kontrazeption in den Uterus eingelegt wird.

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen