Ovar - Medizinlexikon

Synonyme: Ovarium Eierstock

weibl. Keimdrüse. Struktur: modifizierte, kub. Peritonealepithelzellen (Mesotheliocytus cuboideus microvillosus) überziehen außen die Bindegewebehülle (Tunica albuginea), die unscharf in das zellreiche Ovarialbindegewebe (Stroma ovarii) übergeht. Innenraumgliederung: 1. Rinde (Cortex ovarii) mit Follikeln, Gelbkörper (zeitl. begrenzt), Gelbkörper- u. Atresienarben; 2. Mark (Medulla ovarii, früher: Zona vasculosa) mit Blutgefäßen, die zum Mesovarium ziehen. Der Follikel ist eine morphofunktionelle Einheit aus einer Eizelle, dem Follikelepithel u. der bindegewebigen Theca folliculi, in dem die Ovogenesis erfolgt. Die Follikel liegen in versch. Reifestadien vor: Folliculus ovaricus primordialis (Primordialfollikel), Folliculus ovaricus primarius (Primärfollikel), Folliculus ovaricus secundarius (Sekundärfollikel), Folliculus ovaricus tertiarius (Tertiärfollikel), Folliculus ovaricus maturus (Graaf-Follikel). Die bei der Geburt im O. vorhandenen ca. 500 000 Ovozyten werden durch Follikelatresie auf ca. 450 ausreifende Eizellen reduziert. Nach Rückbildung des Gelbkörpers (Corpus luteum) entsteht ein Corpus albicans. Hormonbildung im Ovar: 1. Follikel bilden im Follikelepithel Follikelhormon (Östrogen), 2. Gelbkörper bilden in Granulosa- u. Thekaluteinzellen Gelbkörperhormon (Progesteron). Abb. 1 u. 2.

Ovar (Abb. 1)<br />1: Mesovarium; 2: Epithelium superficiale; 3: Primordial-/Primärfollikel; 4: Sekundärfollikel; 5: Tertiärfollikel (a: Follikelepithel; b: Antrum folliculare mit Liquor; c: Cumulus oophorus; d: Theca folliculi); 6: Corpus luteum
Ovar (Abb. 1)
1: Mesovarium; 2: Epithelium superficiale; 3: Primordial-/Primärfollikel; 4: Sekundärfollikel; 5: Tertiärfollikel (a: Follikelepithel; b: Antrum folliculare mit Liquor; c: Cumulus oophorus; d: Theca folliculi); 6: Corpus luteum
Ovar (Abb. 2). Histologischer Schnitt, HE-Färbung; Übersicht mit Tertiärfollikeln (Pfeil) in der Rinde, Mark mit Gefäßen u. Mesovarium
Ovar (Abb. 2). Histologischer Schnitt, HE-Färbung; Übersicht mit Tertiärfollikeln (Pfeil) in der Rinde, Mark mit Gefäßen u. Mesovarium

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