Pneumothorax - Medizinlexikon

Ansammlung von Luft im Pleuraraum. Durch Aufhebung des physiol. Unterdrucks kollabiert die Lunge teilweise o. vollständig. Luft kann von außen durch die Brustwand (perforierende Verletzung) o. von der Lunge her (Lungen- o. Bronchusverletzung) in den Pleuraspalt gelangen. Kommt die Öffnung, die den Lufteintritt ermöglicht, zum Verschluß, so liegt ein geschlossener P. vor; bleibt sie offen, so handelt es sich um einen offenen P. (Abb. 1). Wirkt die Öffnung als Ventil, so entwickelt sich ein Spannungs- o. Ventilpneumothorax. Nach der Genese sind zu unterscheiden der traumat. P., der artifizielle P. nach diagn. o. ther. Maßnahmen, der symptomat. P. als Komplikation pulmonaler Prozesse u. der idiopath. Spontanpneumothorax. Wegen unterschiedl. Rückwirkungen auf die Thoraxorgane ist bes. die Unterscheidung in geschlossenen u. offenen P. wichtig. Geschlossener P.: durch partiellen o. totalen Kollaps der Lunge Einschränkung der Atemleistung; Punktionsbehandlung o. bei innerer Fistel Dauersaugdrainage. Nach außen offener P.: durch Lungenkollaps, Pendelatmung u. schwere Störung der Ventilation sowie durch Mediastinalflattern Behinderung des Blutrückstroms zum Herzen, dadurch akute Lebensgefahr. Unverzügl. Umwandlung in einen geschlossenen P. erforderl. (luftdichter Verband der Thoraxwand). Unter stationären Bedingungen operativer Verschluß der Brustwandbresche u. Pleuradrainage. Nach innen offener P.: infolge Ventilmechanismus in der Lunge o. Bronchusverletzung nicht selten zunehmende Druckerhöhung im Pleuraraum (Ventil- o. Spannungspneumothorax, Abb. 2). Durch zunehmende Verdrängung des Mediastinums nach der gesunden Seite schwere Beeinträchtigung der Ventilation u. des Blutrückflusses zum Herzen. Unverzügl. Druckentlastung durch Einstechen einer dicken Punktionskanüle im 2. o. 3. Interkostalraum vorn beseitigt akute Lebensgefahr. Später geschlossene Saugdrainage o. operative Revision. Die früher geübte artifizielle Anlegung eines P. zur Lungenkollapstherapie der Tuberkulose wird heute nicht mehr angewandt. Der idiopath. Spontanpneumothorax entsteht ohne erkennbare äußere Ursache, der sek. Spontanpneumothorax vorwiegend durch Zerreißung von Emphysemblasen der Lunge. Charakterist. ist Rezidivneigung. Beseitigung durch Punktion o. Dauersaugdrainage; bei fehlender Lungenausdehnung o. Rezidiv VATS o. Thorakotomie, Fistelverschluß, Pleurodese, Pleurektomie (Rezidivprophylaxe). Abb. 1 u. 2.

Pneumothorax (Abb. 1). Schematische Darstellung eines offenen Pneumothorax. Mediastinalflattern, paradoxe Atembewegungen der unverletzten Lunge, Pendelluft a: Inspiration; b: Exspiration
Pneumothorax (Abb. 1). Schematische Darstellung eines offenen Pneumothorax. Mediastinalflattern, paradoxe Atembewegungen der unverletzten Lunge, Pendelluft a: Inspiration; b: Exspiration
Pneumothorax (Abb. 2). Schematische Darstellung der Entwicklung eines Ventil- o. Spannungspneumothorax.<br />a: Anfangsstadium; b: fortgeschrittenes Stadium
Pneumothorax (Abb. 2). Schematische Darstellung der Entwicklung eines Ventil- o. Spannungspneumothorax.
a: Anfangsstadium; b: fortgeschrittenes Stadium

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • Idiopathischer Spontanpneumothorax

    Der idiopathische Spontanpneumothorax ist des Eindringen von Luft in den Pleuraspalt unter Aufhebung des physiologischen Unterdrucks und dem daraus resultierenden Lungenkollaps

  • Pneumothorax

    Ein Pneumothorax liegt vor bei einer Ansammlung von Luft im Pluraspalt. Es kommt zu Unterdruckverlust und Kollaps der betroffenen Lungenhälfte.

  • Iatrogener Pneumothorax

    Der iatrogene Pneumothorax ist der Lufteintritt in den Pleuraraum nach therapeutischer Intervention.

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen