Pocken - Medizinlexikon

Variola major, Variola vera, Blattern, echte Menschenpocken; endem.-epidem., aerogen, seltener durch Kontakt übertragbare Infektionskrankheit. Erreger Pockenvirus (Variolavirus, Poxviridae). Inkubationszeit 10–14 Tage. Klin. bizykl. fieberhafter normierter Verlauf. Akuter Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl u. hohem Fieber, starken Kreuzschmerzen, initialem Exanthem („Rash“) u. Pharyngitis variolosa (aerogene Virusverbreitung); dann Stadium des pustulösen Exanthems mit Enanthem, das zeitgleich über die Eruption, Suppuration, Exsikkation verläuft (gleicher Reifungsgrad der Effloreszenzen). Abheilung nach Abschorfung unter Narbenbildung. Lebenslange Immunität, Letalität 15–30 %. Komplikationen v. a. durch bakterielle Sekundärinfektion. Aktive Immunisierung mit Pockenvakzinen (Pockenschutzimpfung) senkt die Infektionshäufigkeit, Morbidität, Letalität u. mildert schwere Krankheitsverläufe. Diagn. virol.-serol. (Virusdiagnostik). Vor Ausrottung der P. 1980 waren Hauptkrankheitsherde in Asien (Indien, Pakistan, Indonesien), Afrika (Äthiopien) u. Südamerika (Brasilien). Abb.

Pocken. Typischer Körpertemperaturverlauf, Virologie u. Klinik
Pocken. Typischer Körpertemperaturverlauf, Virologie u. Klinik

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