Polymerasekettenreaktion - Medizinlexikon

Synonyme: PCR

In-vitro-Technik, mit deren Hilfe kleinste DNA-Mengen innerhalb kurzer Zeit millionenfach amplifiziert werden können. Sie umfaßt im wesentl. sich wiederholende Zyklen folgender Reaktionen: 1. Aufspaltung (Trennung durch Aufschmelzen) der beiden DNA-Stränge in Einzelstränge durch erhöhte Temperaturen (i. d. R. > 90 °C; therm. Denaturierung); 2. Hybridisierung der DNA-Einzelstränge mit chem. synthetisierten Oligodesoxyribonukleotiden als Primer, deren Nukleotidsequenz komplementär zu jeweils einem der Bereiche ist, die die zu amplifizierende DNA flankieren u. damit in diesen Bereichen DNA-Doppelstrangstrukturen ausbilden; 3. unter für die Synthese erforderl. DNA-Polymerasen optimalen Temperaturen (bei der sog. Taq-DNA-Polymerase 72 °C) Verlängerung der Primer an den als Matrize (Template) fungierenden Einstrang-DNA-Molekülen aus den vier Desoxyribonukleosidtriphosphaten. In den folgenden Zyklen dienen die jeweilig vorausgehend synthetisierten DNA-Stränge wiederum als Matrizen, so daß die Amplifikation exponentiell erfolgt. Nach etwa 20 Zyklen können von einem DNA-Molekül ausgehend etwa eine Million Kopien erhalten werden Die P. findet auch in der med. Diagnostik Anwendung, z. B. in der pränatalen genet. Diagnostik, der Virusdiagnostik, in der Kriminalistik.

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