Quecksilber - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [TLD]

Vollblut: < 5 µg/l (< 25 nmol/l)

Referenzbereich Urin [TLD]

24-Stunden-Sammelurin: < 10,5 µg/24 Std. (< 52 nmol/24 Std.)

Hintergrund

Das giftige Schwermetall Quecksilber wird über die Atemluft oder Nahrung aufgenommen.

Akute Quecksilbervergiftungen sind Raritäten. Die ebenfalls seltenen chronischen Quecksilbervergiftungen sind v.a. durch Einatmen von Quecksilber am Arbeitsplatz verursacht. Gefährdet sind z.B. Arbeiter in der Quecksilberverarbeitung oder der Landwirtschaft. Leitbeschwerden sind Übelkeit, Metallgeschmack, Haut- und Schleimhautveränderungen, Schäden des Nervensystems sowie (seltener) der Nieren. Bei Nahrungsmitteln kann v.a. Fisch belastet sein.

Nach wie vor kontrovers diskutiert ist die Belastung durch Amalgamfüllungen (zumal auch die Alternativen nicht problemlos sind). Nach heutigem Wissen liegt die Belastung bei intakten Füllungen deutlich unter dem Grenzwert. Ausnahmen sind Menschen, die viel Kaugummi kauen oder nachts mit den Zähnen knirschen. Eine vorübergehende, erhebliche Quecksilberbelastung tritt auch auf, wenn alte Amalgamfüllungen durch Aufbohren vom Zahnarzt entfernt werden.

Bestimmung in Blut oder Urin

Verdacht auf Quecksilbervergiftung

Gut zu wissen

Die Haaranalyse ist orientierend, die Quecksilberbestimmung im Speichel (Kaugummitest) unzuverlässig.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Quecksilber - Medizinlexikon

Synonyme: Hydragyrum

chem. Symbol Hg; Ordnungszahl 80; relative Atommasse 200,59. Silberglänzendes, flüssiges Edelmetall; Schmelzpunkt –39 °C; Siedepunkt 357 °C; E0 = +0,85 V; Sättigungsdampfdruck bei Zimmertemperatur 133,3 Pa (1 mmHg). Quecksilberdämpfe sind giftig. Q. ist ein toxikol. bedeutsames Umweltgift, Minimata-Krankheit. Die Toxizität hängt von Aggregatzustand u. Art der chem. Verbindung ab; zweiwertige Quecksilberverbindungen sind toxischer als einwertige; Hauptwirkungsorte sind das ZNS u. die Nieren. Q. wird in der Zahnmed. zur Herstellung von Amalgam verwendet. Die heutige, vordosierte Darreichungsform in Kapseln, die Amalgamierung im geschlossenen Amalgamator u. die Verwendung von Non-Gamma-2-Amalgam schließt die diskutierte Schädigung von Personal u. Pat. mit großer Sicherheit aus. Von den radioaktiven Isotopen werden in der Nuklearmed. benutzt: 197Hg, Halbwertszeit 64,14 h, Gammastrahlung 77 u. 190 keV; 203Hg, Halbwertszeit 46,9 Tage, Betastrahlung 0,2 MeV, Gammastrahlung 0,28 MeV. Beide Radionuklide dienen zur Markierung von Nechydrin (Nierenszintigraphie) u. 1-Bromomercury-2-Hydroxypropan zur Milzszintigraphie.

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