Radikaloperation des Ohrs - Medizinlexikon

sanierender Eingriff bei chron. Schleimhaut-, Knochen- u. Cholesteatomeiterung mit drohender bzw. manifester Komplikation, bes. endokraniellem Übergreifen (perisinuöser, extra- u. subduraler Abszeß, Hirnabszeß, Sinusthrombose, Labyrintheinbruch, Fazialislähmung). Vollständige Entfernung der veränderten Schleimhaut o. des erkrankten Knochens bzw. Cholesteatoms, Ausräumung der Paukenhöhle samt Trommelfell (-rest) u. Gehörknöchelchen (-reste). Schaffung einer einheitl. übersichtl. Operationshöhle. Folge ist eine hochgradige Hörminderung (Schalleitungsblock o. kombinierte Schwerhörigkeit). Konservative o. konservierende R. d. O.: Berücksichtigung funktioneller Gesichtspunkte, Schonung funktionstüchtiger Anteile von Gehörknöchelchen u. Trommelfell, Belassung der Mittelohrschleimhaut, Erhaltung bzw. Wiedereinsetzen der hinteren Gehörgangwand zur Vermeidung ständiger Kontrolle bzw. Pflege der Radikalhöhle. Anschließend o. nach Intervall Versuch des plast. Ersatzes von Trommelfell u./o. Gehörknöchelchenkette zur Hörverbesserung, Tympanoplastik (Typ I–V). Abb.

Radikaloperation des Ohrs. Tympanoplastik-Typen a–c: mit Schalldrucktransformation; d u. e: mit Schallprotektion<br />a: Typ I Myringoplastik; b: Typ II; c: Typ III Kolumellaeffekt (flache Pauke); e: Typ IV Schallschutz des runden Fensters (kleine Pauke);
Radikaloperation des Ohrs. Tympanoplastik-Typen a–c: mit Schalldrucktransformation; d u. e: mit Schallprotektion
a: Typ I Myringoplastik; b: Typ II; c: Typ III Kolumellaeffekt (flache Pauke); e: Typ IV Schallschutz des runden Fensters (kleine Pauke);

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