Radionuklidtherapie - Medizinlexikon

nuklearmed. Behandlungsverfahren mit offenen Radionukliden bzw. Radiopharmaka, die nach a) oraler o. intravenöser Applikation auf dem Stoffwechselweg an das Zielorgan gelangen (z. B. 131I in die Schildrüsenzellen, 131I-MIBG in Gewebe neuroendokrinen Tumoren, 90Y o. 89Sr in Skelettmetastasen zur palliativen Schmerzbestrahlung) o. Zellrezeptoren erreichen (Radioimmuntherapie mit 131I-markierten monoklonalen Antikörpern), b) auf dem Lymphweg (131I-Lipoidol, 32P-trioctylphosphat) zur endolymphatischen Therapie, c) in Körperhöhlen intrakavitär injiziert o. infundiert werden, als 32P-, 198Au-, 90Y-Kolloide Gewebeoberflächen benetzen (z. B. bei Pleura- u. Peritonealkarzinose, bei intrazerebralen Zysten) o. zur Radiosynovektomie kleiner Gelenke (169Er-Kolloid) o. großer Gelenke (90Y-,165Dy-, 186Re-, 153Sa-Kolloid) dienen. Damit wird eine hohe Herddosis in das Zielorgan unter Schonung des umgebenden gesunden Gewebes erzielt. Wirksam ist die Betastrahlung, die mit einer Reichweite in Abhängigkeit ihrer Betaenergie von nur wenigen Millimetern in der Zelle vollständig absorbiert wird. Die dabei ausgelöste Ionisation führt in Abhängigkeit von der Dosishöhe u. Retentionsdauer zu Zellschädigung o. -zerstörung. Abb.

Radionuklidtherapie. Radiosynovektomie des Kniegelenks mit <sup>90</sup>Yb-DTPA bei rezidivierender Ergußbildung einer Rheumatoidarthritis, Aufnahme von vorn u. seitlich mit guter Aktivitätsverteilung im Gelenkinnenraum
Radionuklidtherapie. Radiosynovektomie des Kniegelenks mit 90Yb-DTPA bei rezidivierender Ergußbildung einer Rheumatoidarthritis, Aufnahme von vorn u. seitlich mit guter Aktivitätsverteilung im Gelenkinnenraum

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