Retikulum, endoplasmatisches - Medizinlexikon

Synonyme: ER Reticulum endoplasmicum

zytoplasmat., reich verzweigtes röhren- u. zisternenförmig organisiertes System parallel angeordneter Membranen. Dient insbes. dem intrazellulären Proteintransport (Protein targeting) u. damit verbundenen Proteinmodifikationen (z. B. Glykosylierungen), der Synthese von Glyzeriden, Phospholipiden, Cholesterin u. Steroidhormonen, der Glukosedephosphorylierung, dem Abbau von Xenobiotika u. Pharmaka durch das Zytochrom P 450 (NADPH-Zytochrom-P450-Reduktase-System).Die Membranen des ER stehen mit der äußeren Kernmembran in Verbindung u. bilden so die Kernhülle. Formen: 1. rauhes ER (rER), Reticulum endoplasmicum granulosum: die dem Zytosol zugewandte Oberfläche der Membranen ist besetzt mit Ribosomen, an denen insbes. Proteine des Zellkerns, der Lysosomen u. des Golgi-Apparats sowie für die Sekretion best. Proteine (Exportproteine) synthetisiert werden, die kotranslational in das Lumen des ER gelangen u. in diesem weitertransportiert werden; die rauhe, wegen der Assoziation mit Ribosomen stark basophile Form des ER, die dem Ergastoplasma von Garnier entspricht, ist v. a. in Zellen mit hoher Proteinsyntheserate ausgeprägt (z. B. im Pankreas). In Muskelzellen besitzt das ER als sarkoplasmat. Retikulum besondere Aufgaben für Muskelfunktionen, in Nervenzellen als Nissl-Schollen bez. 2. Glattes ER (gER), Reticulum endoplasmicum nongranulosum: ohne Ribosomenbesatz, meist nur als Tubuli u. Zisternen. Funktion: Steroidsynthese, Glykogensynthese, Glukoneogenese, Detoxikation. In Muskelzellen Speicher für Ca2+, die zur Einleitung der Kontraktion bereitgestellt werden (Muskel-ER). Abb.

Endoplasmatisches Retikulum. Schematische Darstellung
Endoplasmatisches Retikulum. Schematische Darstellung

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