Rheumafaktoren - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL]

Negativ oder < 40 U/ml (methodenabhängig)

Hintergrund

Die Bestimmung der Rheumafaktoren ist ein Suchtest auf rheumatische Erkrankungen, v.a. die rheumatoide Arthritis . Die klassischen Rheumafaktoren sind IgM-Autoantikörper gegen körpereigene IgG.

Rheumafaktoren sind bei rheumatoider Arthritis in etwa 80 % nachweisbar. Allerdings sind sie bei vielen anderen Erkrankungen und selbst bei Gesunden ebenfalls positiv: Jeder Vierte über 70 Jahre hat positive Rheumafaktoren, aber kein Rheuma. Somit bedeuten positive Rheumafaktoren nicht zwangsläufig Rheuma und umgekehrt schließen negative Rheumafaktoren es nicht aus.

Bestimmung im Blut

  • Unklare Gelenkschmerzen
  • Verdacht auf rheumatoide Arthritis
  • Verdacht auf Kryoglobulinämie

Rheumafaktor-Nachweis/-Erhöhung

  • Rheumatoide Arthritis (70–90 % positiv)
  • Andere rheumatische Erkrankungen, z.B. Sjögren-Syndrom (5–95 %), Mischkollagenose (50–60 %),
  • Chronische Lebererkrankungen, z.B. chronische Hepatitis
  • Chronisch-entzündliche Lungenerkrankungen
  • Sarkoidose
  • Infektionen

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Rheumafaktoren - Medizinlexikon

Synonyme: RF

Autoantikörper gegen den C-terminalen Teil der konstanten Region der schweren Kette des Immunglobulin G (Fc-IgG). Erstmals 1949 von Waaler als Antikörper gegen Gammaglobuline beschrieben. Sie reagieren mit nativem IgG sowie stärker mit aggregiertem o. denaturiertem IgG in Immunkomplexen. RF erkennen versch. Determinanten, die auf den CH2- u. CH3-Domänen der 4 Subklassen des humanen IgG verteilt sind. Sie reagieren mit IgG von anderen Spezies, insbes. Kaninchen-IgG. RF können allen Immunglobulinklassen angehören, bes. häufig sind die IgM-RF. Die Bez. RF entstand aufgrund der zuerst beschriebenen Assoziation mit der Rheumatoidarthritis. Sie werden bei bis zu 90 % der Pat. mit Rheumatoidarthritis im Serum u./o. Synovia nachgewiesen. Sie sind mit dem Schweregrad u. der Aktivität der Rheumatoidarthritis sowie dem HLA-DR4 assoziiert. RF kommen bei Kollagenosen (systemischem Lupus erythematodes bis zu 59 %, Sjögren-Syndrom bis zu 55 % u. bei der Mixed connective tissue disease (MCTD) bis 26 %, chron. Lebererkrankungen, Lungenfibrose, Infektionen (Virusgrippe, subakute bakterielle Endokarditis, Syphilis u. Tuberkulose) sowie bei Gesunden über 70 Jahren (5–10 %) vor. Andere rheumat. Erkrankungen (HLA-B27 assoziierte Spondarthritiden, Spondylarthritiden, reaktive Arthritiden, Osteoarthropathia psoriatica, akutes rheumatisches Fieber), Kristallarthropathien (Kristallsynovialitis), degenerative Erkrankungen der Gelenke u. Wirbelsäule sowie der Weichteilrheumatismus sind RF-neg. Der Nachweis erfolgt mit Rheumafaktortests.

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