Ribosomen - Medizinlexikon

aus v. a. bas. Proteinen u. Ribonukleinsäuren supramolekular organisierte partikuläre Substrukturen aller pro- u. eukaryont. Zellen, an denen die Proteinbiosynthese (Translation, Polysom) abläuft. R. bestehen aus zwei Untereinheiten unterschiedl. Größe, Form, chem. Zusammensetzung u. Funktion. Die Funktion der R. im Prozeß der Translation besteht darin, in versch. funktionellen Orten, die durch RNA-Protein- sowie Protein-Protein-Wechselwirkungen ausgebildet werden, Anticodon der Aminoacyl-tRNA (Transfer-RNA) u. Codon der Messenger-RNA unter Beteiligung versch. sog. Translationsfaktoren u. GTP-spezif. zusammenzuführen sowie Aminosäuren über Säureamidbindung enzymkatalysiert miteinander zu Peptiden zu verknüpfen (Proteinbiosynthese, Polysom). Die R. von Prokaryonten (Bakterien) u. die im Zytoplasma von Eukaryontenzellen lokalisierten R. unterscheiden sich in Größe, Partikelmasse u. chem. Zusammensetzung (unterschiedl. RNA-Moleküle u. Proteine). Prokaryontentypribosomen sedimentieren mit 70 S, die größeren Eukaryontentypribosomen mit 80 S. Die in Plastiden u. Mitochondrien vorkommenden R. entsprechen dem 70-S-Typ der Prokaryonten. Unterschiede insbes. in den Proteineigenschaften bedingen unterschiedl. Reaktivitäten (Sensitivitäten) von Pro- u. Eukaryontenribosomen gegenüber versch. Wirkstoffen, die die Anwendung proteinsyntheseblockierender Antibiotika zur Ther. bakterieller Infektionen bilden. Chloramphenicol, Streptomycin, Gentamycin, Neomycin, Erythromycin u. a. hemmen nur die Proteinsynthese an bakteriellen 70-S-R., nicht die an 80-S-R. menschl. Zellen.

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