Schädel-Hirn-Verletzung, frontorhinobasale - Medizinlexikon

Basisfrakturen im Bereich der vorderen Schädelgrube mit Einbeziehung der vorderen u./o. hinteren Stirnhöhlenwandung sowie der angrenzenden pneumat. Räume, z. T. auch der Orbita. Vier Formen (nach Escher): Typ 1: ausgedehnte frontobasale Trümmerfraktur mit Stirnbeinimpression, Zertrümmerung der Stirnhöhlen u. des Siebbeins sowie Dura- u. Hirnverletzung. Typ 2: umschriebene frontobasale Fraktur, Mikrofissuren, Durariß. Lokalisation: Lamina cribrosa, Crista galli, hinteres Siebbein, Keilbeindach. Typ 3: Abriß des Mittelgesichts von der Schädelbasis. Typ 4: lateroorbitale frontobasale Fraktur. Orbitaschwellung, Ödem, Protrusio bulbi. Klinik: führendes Sympt. Liquorrhö, evtl. Liquorunterdrucksyndrom (Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen). Provokationsversuch: Kopf vorwärts beugen, Jugularvenenkompression. Liquornachweis: pos. Zuckernachweis. Ausschluß von Rhinitis vasomotorica, allerg. Rhinitis, Schleimhautzysten u. Nasensekret erforderl. Weitere Sympt.: Luftansammlung im Schädelinnenraum (Pneumatocele, Pneumocephalus) subdural, subarachnoidal, intrazerebral o. intraventrikulär. Kopfschmerz, Liquorfluß u. a. Riechstörungen, Weichteilemphysem, Brillen- o. Monokelhämatom, Optikusschädigungen sowie Ausfälle der Nn. oculomotorius, abducens, trochlearis u. a. Komplikationen: Früh- u. Spätmeningitis, Enzephalitis, Hirnabszeß. Ther.: Operation evtl. in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Vitale Operationsindikation bei lebensbedrohl. Hirndrucksteigerung, intrakraniellen Blutungen, Liquorhypotension, Blutungen aus Nase, Rachen, Gehörgang o. bei Liquor-Hirnbrei-Austritt aus einer klaffenden Wunde. Sobald als mögl. bei Durazerreißung, eingedrungenen Fremdkörpern u. Komplikationen. Dringlich bei Verdacht auf Duraverletzung, Trümmerfrakturen im Nebenhöhlenbereich u. a.

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